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In die Natur geklotzte Siedlung

Die neuen Container des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes stoßen auf Kritik. Foto: Oliver Dietze
Die neuen Container des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes stoßen auf Kritik. Foto: Oliver Dietze FOTO: Oliver Dietze
Neue container des ZKE Baukulturelles Ärgernis Zum Artikel „Von der Stadtplanung vergessen“ – SZ vom 17. Januar Mit der Kritik an den neuen Containern des ZKE spricht der Bericht vom 17.

Januar endlich das Thema der technischen Infrastruktur im öffentlichen Raum an. Nicht nur die Container sind ein baukulturelles Ärgernis, es gibt neben dem ZKE eine Vielzahl von Akteuren, deren Werke angefangen von klobigen Telekom-Kästen über grell leuchtende Videowände bis hin mit Werbung überklebten Saarbahn-Züge keine Gestaltungsqualität besitzen. Nicht die vermeintlichen Mehrkosten dafür sind das Problem. Meist ist es das fehlende Bewusstsein dieser Institutionen, dass der öffentliche Raum uns allen gehört und letztendlich Stolz und Selbstbewusstsein einer Stadt ausdrückt. Im Kontrast dazu fällt der Anspruch französischer Städte wie Metz und Nancy auf. Dort nennt man so was integrierte Stadtplanung - hier leider immer noch nicht verstanden. Siehe die aktuelle Haltung des ZKE.

Carsten Diez, Saarbrücken

franzenbrunnen

In die Natur geklotzte Siedlung


Zum Leserbrief "Nur St. Avolder Straße wird gesperrt", Saarbrücker Zeitung vom 18. FebruarLieben Dank an den Leserbrief- Schreiber Hoese dafür, dass er meine These von der konzeptfreien und auch dubiosen Verkehrsplanung der Stadt untermauert und über den hingeworfenen "Problem-Knochen" der (Wie-auch-immer)-Sperrungen nicht den Gesamtblick auf den städteplanerischen Fauxpas am Franzenbrunnen verliert. Zwei Prinzipien hat er bestätigt: a) "Teile und herrsche", indem man den Bürgern ein Segment eines vielschichtigen Problems vorsetzt, damit die sich untereinander kabbeln. Und b): "Gestern gesagt, gilt heute nix mehr", wo Rena Wandel-Hoefer angesichts der anflutenden Kita-Pendler - 130 Kinder morgens bringen, abends abholen - einen Sperr-Poller und Wendehammer bei der Kita ankündigte ... Mit Unterstützung von Herrn Hoese bleibe ich dabei, dass dieses "Klein-Manhattan-Siedlungsprojekt" mit seinen 500 bis 600 Neu-Bürgern nicht nur Natur zerstört, sondern auch unbedachte Folgelasten nach sich ziehen wird. Fazit: Kein innerstädtisches Baulücken- und Leerstandsmanagement, keine fundierte Bedarfsanalyse, kein tragendes Verkehrskonzept. Aber: eine unsinnige Siedlung in die Natur klotzen und den Bürgern die misslichen Folgen schönreden. Dieses chaotisierende "Machen-um-des-Machens-willen" betrifft das gesamte obere Alt-Saarbrücken.

Berthold Haarlich,

Alt-Saarbrücken

aquajogging

Auch Aquajogger zahlen Eintritt

Zum Artikel "Die Rache der Schwimmer” und zum

Leserbrief "Das Lachen ist mir schon oft vergangen"

Nachdem Marc Prams und Timm Stegentritt sich contra und nur Michèle Hartmann pro Aquajogging geäußert haben, möchte ich zum gerechten Endstand kommen. Was vielleicht niemand weiß: In den drei Saarbrücker Bädern machen jeden Mittwochmorgen über 100 Besucher Aquajogging. Das bedeutet: Jeden Mittwoch rund 300 Euro, auf 40 Wochen gerechnet, rund 12 000 Euro Einnahmen. Darüber hinaus zahlen diese Personen seit dem 1. Januar noch zusätzlich zwei Euro, was den Bädern noch mal rund 8000 Euro bringt. Da ich diese Personen fast alle persönlich kenne, weiß ich, dass nur ein geringer Teil nur zum Schwimmen gehen würde. Ist doch bemerkenswert, oder? Genauso wenig ist bekannt, dass es in Saarbrücken vier Hallenbäder gibt, also pro 45 000 Einwohner ein Hallenbad. Im Vergleich: In der Stadt Köln, eine Million Einwohner, gibt es zehn Hallenbäder. Übrigens im Saarland, auch eine Million Einwohner etwa 35 Hallenbäder. Wenn wir also diesen Komfort in Saarbrücken erhalten wollen, brauchen wir sie alle: Sportschwimmer, Rückenschwimmer, Freizeitschwimmer und Aquajogger, nur keinen verbalen "Aquajoggingkrieg".

Walter Kessler, Saarbrücken

sperrbezirk

Was will man uns noch zumuten?



Zum Artikel "Fast ganze Stadt wird Sperrbezirk" - SZ vom 20. Februar

Ich finde es ungeheuerlich zu behaupten, in der Burbacher Hochstraße sei ja keine Bebauung und deshalb ein Straßenstrich nicht so belästigend. Mitten in ihrem genehmigten Straßenstrich befindet sich eine stark frequentierte Bushaltestelle, die auch am Abend sehr häufig von jungen Menschen, die in die Stadt fahren wollen, benutzt wird. Ich wohne in der Parallelstraße, und viele Nachbarinnen trauen sich abends nicht mehr, diese Haltestelle zu benutzen, weil sie dort von Freiern angemacht werden. Wie oft habe ich schon größere Gruppen von Besuchern von Veranstaltungen im E-Werk oder während der Maimesse an der Haltestelle gesehen und dazwischen die Prostituierten. Für beide Gruppen nicht angenehm. In Burbach und Malstatt ist man so bemüht von Seiten der Bürger, etwas für unsere Viertel zu tun. Die Stadt sollte froh sein, dass hier immer noch gebaut und saniert wird. Prostitution bringt auch Kriminalität sprich Drogenprobleme mit sich. Was will man uns noch zumuten? Es reicht!

Gertrud Bous, Saarbrücken