Impfung gegen Alzheimer möglich?

Saarlouis. Der Kampf gegen Demenz wird von der Wissenschaft intensiv geführt: "Sehr erfolgsversprechend" sei die Erforschung von Impfstoffen, wie Professor Matthias Riemenschneider, Leiter der Klinik für Psychiatrie an der Uniklinik Homburg gestern unter Verweis auf entsprechende Studien erklärte

Saarlouis. Der Kampf gegen Demenz wird von der Wissenschaft intensiv geführt: "Sehr erfolgsversprechend" sei die Erforschung von Impfstoffen, wie Professor Matthias Riemenschneider, Leiter der Klinik für Psychiatrie an der Uniklinik Homburg gestern unter Verweis auf entsprechende Studien erklärte. Riemenschneider gehört zu den Referenten des zwölften Internationalen Demenzkongress Saar-Lor-Lux, der gestern in der Kulturhalle im Saarlouiser Stadtteil Roden begann. Zwei Tage lang stehen Vorträge über Diagnostik, Therapie, Pflege und Versorgung demenzerkrankter Menschen auf dem Programm. Der Fachkongress steht traditionell im zeitlichen Zusammenhang mit dem Welt-Alzheimer-Tag am 21. September.Ablagerungen im Gehirn, die aus dem Protein Beta-Peptid bestehen, seien Verursacher von Alzheimer-Demenz. Antikörper könnten die Schädigung des Gehirns durch das Protein blockieren. Getestet würden derzeit Möglichkeiten aktiver und passiver Impfungen, wie Riemenschneider aufzeigte. Bei einer aktiven Impfung wird dem Patienten ein Serum verabreicht, das Antikörper bildet, bei einer passiven Impfung werden Antikörper direkt gespritzt. Die besseren Ergebnisse brächte bisher die Entwicklung von Stoffen für eine aktive Impfung hervor, so Riemenschneider. Drei bis fünf Jahre werde es jedoch dauern, bis entsprechende Präparate auf den Markt kommen, schätzte er. "Von allen therapeutischen Möglichkeiten wird die beste Strategie eine Impfung sein, wenn Nebenwirkungen ausgeschlossen sind", sagte Riemenschneider und fügte an: "Solange müssen wir auf bewährte Therapien zurückgreifen". Vor der Therapie steht jedoch die Diagnose. Wie wichtig eine Früherkennung ist sowie die Frage, welche Art der Demenz vorliegt, darüber sprach unter anderem Dr. Helmut Jäger, Chefarzt der Neurologie am Knappschaftskrankenhaus in Püttlingen. Die Alzheimer-Demenz ist mit etwa 50 Prozent die häufigste Form, gefolgt von der vaskulären Demenz, ausgelöst durch Durchblutungsstörungen. "Eine Differenzdiagnostik ist möglich und nötig", sagte Jäger. Heute stehen der Umgang und die Pflege sowie Hilfsangebote für Demenzerkrankte und ihre Angehörige in Vordergrund. Der Fachkongress wird organisiert vom Demenz-Verein Saarlouis, in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Saarlouis, der Stadt, der Deutschen Alzheimergesellschaft, dem Hausärzteverband, Association Alzheimer Moselle Est, Association Luxembourg Alzheimer und VdeK Saarland.