Im Alter nochmal zur Uni

Man muss nicht unbedingt Student sein, um eine Universität zu besuchen. Auch als Gasthörer ist man willkommen. Die medizinische Fakultät ist auch wieder mit von der Partie, wenn es darum geht, älteren Mitbürgern den Besuch von medizinischen Vorlesungen möglich zu machen. Allerdings haben bei überfüllten Sälen den Studenten den Vortritt.

Lebenslanges Lernen - so heißt das Motto des Gasthörervereins der Universität des Saarlandes. Aber Lernen ist, zumindestens nach Abschluss der Pflichtschulzeit, eine freiwillige Angelegenheit. Es gibt jedoch eine ganze Reihe älterer Leute, die dies auch gerne tun. Neben den Senioren haben in den letzten Jahren auch zahlreiche Männer und Frauen, die mitten im Berufs- und Familienleben stehen, die Weiterbildungsmöglichkeiten erkannt, die eine Universität bieten kann.

Das Gasthörerstudium bietet wissenschaftlich Interessierten die Möglichkeit, sich aus den vielen, für Gasthörer geöffneten Lehrveranstaltungen ein Programm nach den eigenen Interessen zu erstellen. Dazu gehören neben normalen Vorlesungen auch Seminare, Kolloquien, Sprachkurse sowie berufliche Weiterbildungsmöglichkeiten.

Welche Veranstaltungen für Gasthörer zugänglich sind, kann man dem Studienführer Weiterbildung entnehmen. Dieser ist für das Sommersemester, das am heutigen 1. April startet, erschienen und gibt Informationen rund um das Gasthörerstudium. Zu den Bedingungen zählt beispielsweise die Entrichtung einer Gebühr, die pro Semester zwischen 60 und 90 Euro liegt.

Beginn der Lehrveranstaltungen ist der 14. April mit einer Informationsveranstaltung für alle Gasthörer, also auch für diejenigen, die sich für die Fachrichtung Medizin in Homburg interessieren. Sie findet am 9. April auf dem Campus in Saarbrücken (Gebäude B 3.1, Raum 0.11) statt. Einschreibefristen bestehen bei den Vorlesungen grundsätzlich nicht, wer aber einen Sprachkurs belegen will, sollte vorher abklären, ob dafür ein Einstufungstest notwendig ist, der dann zuvor absolviert werden muss.

Neben den Hauptschwerpunkten des Interesses, die naturgemäß auf den geisteswissenschaftlichen Fächern - Literatur, Philosophie oder Kunstgeschichte - liegen, kann sich aber auch die Medizinische Fakultät in Homburg großen Zulaufs von Gasthörern erfreuen. In diesem Semester stehen dort etwa Veranstaltungen im Bereich Theoretische Medizin und Biowissenschaften sowie Klinische Medizin für die Gasthörerschaft offen. Dabei handelt es sich um ein Entgegenkommen der Professoren, die vom Gasthörerverein zuvor gefragt werden, ob sie auch Gasthörer im Hörsaal haben möchten. Denn gerade in der Medizin, die mit ihren maximal 330 Erstsemestern in Homburg ohnehin immer an der Kapazitätsgrenze operiert, sind die Plätze begrenzt.

Die Themengebiete reichen diesmal von Humangenetik über Mikroskopische Anatomie, Pharmakologie und Toxikologie bis zur Allgemeinmedizin, Dermatologie und der Medizinischen Biometrie. Auch Neurologie, Anästhesiologie und die Kinder- und Jugendpsychatrie und -psychotherapie sind ebenfalls im Gasthörerprogramm vertreten.

Referiert werden diese Gebiete in Homburg auch von den Professoren Wolfram Henn (Humangenetik), Veit Flockerzi (Pharmakologie und Toxikologie), Johannes Jäger (Allgemeinmedizin), Thomas Vogt (Dermatologie) sowie Alexander von Gontard (Psychiatrie) und Klaus Faßbender (Neurologie). Bei der Aufnahme eines Gasthörerstudiums sollte man immer berücksichtigen, dass es sich bei den Vorlesungen und Seminaren um wissenschaftliche Veranstaltungen handelt, die in erster Linie für Studenten konzipert wurden und nicht um allgemeinverständliche Volkshochschul-Kurse. Und sollte der Hörsaal überfüllt sein, werden die Gasthörer gebeten, den Studenten den Vortritt zu lassen.

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Auf einen BlickIn Homburg am Universitätsklinikum beginnt am 1. April das neue Sommersemester - auch für Gasthörer sind dann verschiedene Vorlesungen zugänglich. Informationen unter Tel. (06 81) 3 02 35 33 oder im Internet unter www. uni-saarland.de/zell. Den Studienführer Weiterbildung, ein Info-Buch bestehend aus 255 Seiten, gibt es beim Zentrum für lebenslanges Lernen, A 4.2, Raum 2.09 in Saarbrücken.red