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„Ihr seid schlauer, ihr hinterfragt“

Regisseurin Mo Asumang (rechts) sprach mit den Schülern über ihre Doku „Die Arier“. Foto: Dietze
Regisseurin Mo Asumang (rechts) sprach mit den Schülern über ihre Doku „Die Arier“. Foto: Dietze FOTO: Dietze
Saarbrücken. Die 13. SchulKinoWoche Saarland hat gestern begonnen. Zum Auftakt stellte die Regisseurin Mo Asumang in Saarbrücken ihren Film „Die Arier“ vor und diskutierte auch mit den jungen Leute. Nicole Burkhardt

Jeder fünfte Schüler geht diese Woche ins Kino - denn es ist SchulKinoWoche. So tummelten sich auch gestern Schülermassen vor dem Cinestar in Saarbrücken . Darunter auch die 11. Klasse des Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Dillingen.

Die Regisseurin und Hauptakteurin des Films, Mo Asumang , führt den Schülern ihren dokumentarischen Film "Die Arier" vor. Sie beleuchtet den Begriff der "Arier" von vielen Seiten und beschäftigt sich mit Rassismus . "Ich habe eine Bitte an euch: Beobachtet die Menschen genau. Wie funktioniert Rassismus , wie können wir das Problem lösen?", sagt Asumang zu Beginn des Films.

Sie hat eine ungewöhnliche Familienzusammensetzung. Ihre Großeltern waren bei der SS, die Großmutter als Schreiberin, der Großvater als Soldat. Ihr Vater kommt aus Ghana. Als Asumang zwei Jahre alt war, wurde ihre Familie aus dem Haus geworfen, weil sie dunkelhäutig ist. Nun, etliche Jahre später, hat sie sich auf die Suche der Wurzeln der "Arier" gemacht.

Im Film versucht sie erst Kontakt mit Rassisten und Neonazis aufzunehmen, geht auf Demonstrationen und spricht die Leute an. Meist wird sie abgewiesen. "Gute Reise!", ruft ein Mann und wirft ihr einen Cent vor die Füße. Asumang versucht immer freundlich zu bleiben, auch rassistischen Menschen objektiv zu begegnen. Diese Botschaft will sie auch den Schülern vermitteln. "Haben Sie sich nicht auch manchmal schlecht gefühlt?", fragt eine Schülerin. Natürlich habe diese Abweisung sehr an ihr genagt, sagt Asumang. Aber die Motivation sei größer gewesen. Die Regisseurin will die Schüler mitnehmen, will, dass sie beobachten können, wie Rassisten denken und handeln. Auch Burkhard Jellonnek, Leiter des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, will die Schüler auf aktuelle Probleme aufmerksam machen. Er nimmt als Beispiel eine Facebookseite gegen Salafisten. Die rassistisch motivierten Gründer nutzten solche Themen, um Menschen mit wenig Selbstbewusstsein und Mitläufer auf ihre Seite zu ziehen, sagt er. Das soll mit den Schülern von heute nicht passieren. "Ihr seid schlauer, ihr hinterfragt, ihr seid keine Mitläufer", motiviert Asumang.

Genau das ist unter anderem der Hintergrund der SchulKinoWoche. Die 20 000 angemeldeten Schüler sollen lernen, Medien kritisch zu hinterfragen.

schulkino-saarland.de



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