„Ideen müssen sofort in die Hand überfließen“

Bis Sonntag herrscht im VHS-Zentrum am Saarbrücker Schloss reges Treiben. Wir stellen einen sympathischen Dauergast der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse vor.

Ein freundliches Gesicht hat der Illustrator Ignasi Blanch. Zwar muss er in knapp einer Stunde einen Meisterkurs mit Jutta Bauer geben, aber trotzdem sitzt der Katalane entspannt beim Frühstück und beantwortet Fragen.

Zum 15. Mal ist Blanch jetzt Gast der Kinder- und Jugendbuchmesse in Saarbrücken . Der Kontakt entstand damals über die spanische Botschaft in Berlin, erzählt der Künstler. Der Katalane setzte dort sein Kunststudium fort, das er in Barcelona begonnen hatte. Die deutsche Hauptstadt war und ist, sagt Blanch, im kulturellen Bereich weiter als Barcelona. Er hatte in Berlin mehrere Ausstellungen und gewann einen Wettbewerb zur Gestaltung der Mauer. Auf Empfehlung eines Journalisten hatte er teilgenommen. Jetzt ist es seit 25 Jahren ein Projekt, das ihn "wohl sein ganzes Leben verfolgen wird". Das Stück Mauer müsse schließlich in Schuss gehalten werden, und mittlerweile gebe es sogar eine Kopie in Barcelona. So entstünden Kontakte und Projekte. Genau wie in Saarbrücken . Die Stadt gefalle ihm sehr: Die Buchmesse habe eine angenehme Größe, die Leute seien offen und freundlich.

Unter anderem gibt Blanch auch an einer Universität in Barcelona Kunstunterricht . Ein Problem dabei sei die Ungeduld der jungen Leute, die schnell bekannt werden und viel Geld verdienen wollten. Um Zeichnen zu lernen, brauche es aber viele Jahre und noch mehr Übung. Im Großen und Ganzen empfindet Blanch die Arbeit mit den jungen, talentierten Künstlern dennoch als bereichernd. Obwohl Blanch sich auch für die neuen Techniken der Illustration am Computer interessiert, bevorzugt er Stift und Papier als Arbeitsgeräte. "Die Ideen müssen sofort in die Hand überfließen", erklärt er. Für ihn funktioniere das am Computer nicht. Momentan arbeitet der Katalane an sieben Büchern. Seit seiner Kindheit war Illustrator sein Traumberuf. Blanch sieht sich als Künstler, auch bei Auftragsarbeiten. Wenn er mit Autoren zusammenarbeite, "wissen die, worauf sie sich einlassen". Blanchs Stil ist speziell: ausdrucksstarke Figuren, ein lockerer Strich, wenig Farben. Erst einmal sei es vorgekommen, dass eine Autorin wollte, dass er eine Figur verändert. Da er sich weigerte, arbeiten die beiden jetzt nicht mehr zusammen. Geld spielt für Blanch keine wichtige Rolle, nie habe er erwartet oder angestrebt, reich zu werden. Reich werde er durch Erfahrung, Reisen und Kontakte zu Menschen.

Auf der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse im VHS-Zentrum am Saarbrücker Schloss kann man Ignasi Blanch noch bis Sonntag besuchen. Er stellt dort Bücher aus und gibt Workshops für Kinder und Jugendliche .