„Ich wollte eigentlich langsamer laufen”

Beim Halbmarathon in Saarbrücken starteten 414 Teilnehmer und testeten für die Landesmeisterschaft.

Coco war ganz begeistert. Nachdem Frederic Viry am Sonntag den Halbmarathon des SV Saar 05 entlang der Saar als Vierter beendet hatte, kam der Pudel freudig bellend zu seinem Herrchen gerannt - und war der erste Gratulant an der Ziellinie vor der Saarbrücker Congresshalle. "Er freut sich immer so, wenn ich irgendwo hinkomme", sagte Viry und lachte. Für den 50-Jährigen war der Lauf der erste Halbmarathon seiner Karriere. Der Franzose fing erst kürzlich mit dem Training an, als er dem Freyming-Merlebach Athletic-Club beitrat. Davor lief er nur Marathons und kürzere Strecken. Der vierte Platz war eine Überraschung. "Ich wollte 1:20 Stunden laufen und habe es in 1:17 geschafft. Die Strecke war super, das Wetter schön - ich bin sehr zufrieden", sagte Viry.

Am Sonntag um 10.30 Uhr versammelten sich 414 Teilnehmer vor der Europa-Galerie und machten sich dann auf die Strecke, die erst durch die Bahnhofstraße, dann Richtung Frankreich zum Wendepunkt und wieder zurück führte. Für die meisten Starter ist der Saarbrücker Halbmarathon der erste Lauf im Jahr und somit eine gute Gelegenheit, die Form zu testen. Auch so für Tobias Blum und Steffen Justus vom LC Rehlingen, die beide die Ziellinie Hand in Hand überschritten - Blum wurde als Sieger gewertet. "Das haben wir vorher so geplant. Mein Papa trainiert Tobias, wir kennen uns schon länger. Für uns war es ein guter Trainingslauf", sagte Justus. Blum ergänzte mit Blick auf den fünfminütigen Abstand zum drittplatzierten Olivier Cabrera: "Das war sehr gut zum Reinkommen. Wir sind zügig gelaufen." meinte Blum, der im April seinen Titel als deutscher U 23-Meister im Halbmarathon verteidigen möchte.

Die Saarlandmeisterschaften über die 21 Kilometer lange Halbmarathon-Strecke finden am 12. März ebenfalls in Saarbrücken statt. Auch als Training dafür nutzten einige Läufer die Veranstaltung am Sonntag. Heike Kohler von den LTF Elversberg etwa, die als beste Frau ins Ziel kam. "Ich wollte eigentlich langsamer laufen. Aber ich habe einmal probiert, was so geht", sagte sie und fügte grinsend hinzu: "Am Schluss die Brücke hoch - das muss nicht sein, aber ansonsten ist das eine schöne Strecke." Dann sie kündigte an: "Bei der Meisterschaft will ich noch ein Stück schneller sein."