Homburger Mediziner mit Durchbruch bei Krebs-Heilung

Bei einigen Krebserkrankungen haben Männer eine schlechtere Prognose als Frauen. Dies, so sagte Professor Michael Pfreundschuh, Leiter der Inneren Medizin I am Uniklinikum des Saarlandes, werde meist als „gottgegeben“ hingenommen.

Nun ist es Homburger Wissenschaftlern unter der Leitung von Pfreundschuh gelungen, erstmalig den Nachweis zu erbringen, dass eine geschlechtsadaptive Dosierung von Antikörpern die Krebs-Heilungschancen erhöht. Es konnte anhand einer aufwändigen klinischen Studie eindeutig bewiesen werden, dass eine höhere Dosierung des monoklonalen Antikörpers Rituximab zu besseren Ergebnissen bei älteren Männern führt. Deren Prognosen lagen bisher deutlich unter denen von älteren Frauen. Erst mit erhöhter Dosierung des Antikörpers glichen sich die Heilungschancen an. Die Deutsche Studiengruppe für Hochmaligne Lymphome mit Sitz in Homburg stellte dieses Ergebnisse beim Jahreskongress der American Association of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vor. Diese Präsentation der Studienergebnisse auf dem weltweit wichtigsten Krebskongress wurde als eine der bedeutendsten ausgewählt und wird nun weltweit auf sämtlichen Veranstaltungen den onkologischen Fachärzten vorgestellt. Damit ist auch der Anstoß gegeben, auf dem Gebiet geschlechtsspezifischer Krebs-Heilungsraten weiterzuforschen.