Homburger Gedächtnis im Fokus

Als „Schnuppertag, der Türen öffnen und Hemmschwellen abbauen soll“, versteht Stadtarchivarin Karina Kloos den „Tag der Archive“. Viele Besucher fanden den Weg ins Homburger Stadtarchiv und ließen sich dort umfassend informieren.

An der in Deutschland zum siebten Mal stattfindenden Aktion "Tag der Archive" beteiligte sich am vergangenen Sonntag auch das Homburger Stadtarchiv (wir berichteten). Zahlreiche interessierte Besucherinnen und Besucher nutzten trotz des herrlichen Wetters die Gelegenheit, sich einmal in den Räumen des Stadtarchivs in der Kaiserstraße 41 umzuschauen und sich von Stadtarchivarin Karina Kloos über diesen wichtigen Teil der Stadt Homburg mit seinen zahlreichen breit gefächerten Angeboten an Zeitgeschichte sowie über die Arbeit des Stadtarchivs informieren zu lassen. Insgesamt 2300 Bücher sowie Zeitungen, Zeitschriften, Dokumente, Schriftstücke und Fotos über die gesamte Zeitgeschichte der Stadt sowie aus der Region sind hier zusammengetragen. Der Tag des Archivs verstehe sie als "Schnuppertag" er diene in erster Linie dazu, "die Tür zu öffnen und die Hemmschwelle besonders der Homburger Bevölkerung zu senken", erklärte Kloos.

Die Veranstaltung solle "neugierig machen auf tieferes Forschen", fügte sie hinzu. Das Stadtarchiv stelle "das Gedächtnis von Homburg" dar und sei "ein bedeutendes Kulturgut", um Geschichte besser verstehen zu können. Obwohl das Homburger Archiv derzeit mitten in einem Modernisierungsphase stecke, habe man sich kurzfristig entschieden, am Tag der Archive teilzunehmen, so Kloos. In einem ersten Schritt werde man Räume im Erdgeschoss renovieren, in einem zweiten Schritt dann die restlichen Räume: "Wir haben Bedarf am ganzen Gebäude", betonte die Archivarin.

Auf großes Interesse stieß auch eine in Kopie vorliegende Urkunde zur erneuten Stadtrechtsverleihung durch Kaiser Ferdinand I aus dem Jahre 1558, welche Karina Kloos auf Anfrage eines interessierten Besuchers präsentierte. Das Original liegt im bayerischen Hauptstadtarchiv in München. Unter den Besuchern war auch Michelle Scherdin, welche sich gemeinsam mit Architektin Silke Conrad für Unterlagen, Fotos und Pläne über ein Haus in der Karlsbergstraße informieren wollte. "Mich interessiert die Geschichte des Hauses, wann es gebaut wurde und wer drin gewohnt hat", betonte die studierte Kulturwissenschaftlerin, die das Haus kaufen möchte. Peter und Erika Schock nutzten den Tag der Archive dazu, sich der Geschichte der Homburger Narrenzunft (HNZ) zu widmen. Er sei zum ersten Mal im Homburger Stadtarchiv, erzählte Schock, seit 25 Jahren HNZ-Mitglied, während er in einem großen Karton mit zahlreichen Unterlagen über die Narrenzunft kramte. Ehefrau Erika entdeckte beim Stöbern in den Regalen alte Fotos und Dokumente aus ihrer Heimatgemeinde Waldmohr.

"Solche Bilder von Häusern und Straßenzügen kenne ich von meiner Oma", erinnerte sie sich. "Es ist interessant, diese Fotos nach so langer Zeit zu sehen", meinte sie.

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Stadtarchiv Homburg in der Kaiserstraße 41 ist mittwochs von 14 bis 18 Uhr sowie donnerstags von neun bis 13 Uhr für interessierte Besucher geöffnet. Leiterin des Homburger Stadtarchivs ist die Stadtarchivarin Karina Kloos. Die nächste Veranstaltung zum Thema "Bäuerliche Eiswirtschaft: Nebenerwerbstätigkeiten für die Brauereien, Eiskeller, Eisweiherwirtschaft" findet am Freitag, 13. Juni, 19 Uhr, im Stadtarchiv statt. Referent ist der Volkskundler Gunter Altenkirch. Der Eintritt beträgt drei Euro. Weitere Informationen zum Stadtarchiv unter Tel. (0 68 41) 99 46 25 oder per Mail unter karina.kloos@homburg.de. re