Holzelemente kaputt: Stadt sperrt den Steg an der Congresshalle

Holzelemente kaputt: Stadt sperrt den Steg an der Congresshalle

Die Saarbrücker benutzen den Steg an der Congresshalle gern auf dem Weg zur Arbeit oder zum Konzertbesuch. Doch die kleine Brücke ist in einem schlechten Zustand, immer wieder muss sie notdürftig repariert werden. Ein Abriss und Neubau der Brücke sei sehr teuer, meint die Verwaltung.

Wann genau der Fußgängersteg von der Congresshalle in Richtung Luisenbrücke gebaut wurde, konnte die Stadtverwaltung am Mittwoch im Bauausschuss des Stadtrates nicht sagen. Irgendwann Mitte bis Ende der 1980er muss es jedenfalls gewesen sein, und zwar mit der Absicht, ein Provisorium zu schaffen. Der ehemalige Saarbrücker Baudezernent Günther Niedner, in dessen Amtszeit der Bau fiel, glaubt sich zu erinnern, dass der "Kongress-Steg" (wie er original heißt) im Zuge von Musikfestspielen gebaut wurde und nur vier Monate halten sollte.

Sei es drum, als angebliches Provisorium hat das Bauwerk ein stattliches Alter erreicht. Für viele Menschen ist die Brücke Bestandteil des täglichen Weges zur Arbeit oder zu Freizeitaktivitäten - eine Abkürzung, die Wege durch belebte Autostraßen spart. Seit einigen Tagen ist die Brücke allerdings - wieder einmal - gesperrt. Bereits von November 2012 bis Januar 2013 war hier der Durchgang verboten worden, und zwar nach einem Unfall, bei dem ein Passant wegen gefaulter Bodenplanken zu Schaden gekommen war. Nun überbrachte die Verwaltung die schlechte Nachricht, dass wieder Holzelemente verfault seien. Und nicht nur das. Es sei auch nicht auszuschließen, dass die Betonteile der Konstruktion am Hotel nicht in Ordnung seien. Derzeit laufe eine Sonderprüfung, was kaputt sei und was die Stadt reparieren müsse, um die Brücke wieder begehbar zu machen. Wie zu erfahren war, wurden 1999 etwa 20 000 Euro und 2009 etwa 68 000 Euro investiert, um die Konstruktion zu ertüchtigen. Das sei aber damals schon jeweils als "Flickwerk" eingestuft worden, eine echte Sanierung habe es nie gegeben.

Und nun? Wenn alles gut geht, dann würde nach Auffassung der Bauexperten im Rathaus eine weitere "Notsanierung" für eine niedrige fünfstellige Summe genügen, um das Bauwerk zumindest wieder für zwei bis drei Jahre verkehrssicher zu halten. Danach könne die Verwaltung, im Zuge der möglichen Zusammenlegung von Congresshalle und Messe eine ganz andere, große Lösung anstreben, erklärte Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Weitere Optionen wären eine "große Sanierung" für einen sechsstelligen Betrag oder, schlimmstenfalls, ein Abriss mit Neubau eines ähnlichen Bauwerkes. Geschätzte Kosten nach heutigem Stand: Eine Million Euro mindestens - Geld, das allerdings nicht zur Verfügung steht. Im Januar sollen die Ergebnisse der Prüfung vorliegen. Dann müssen die Fraktionen in den Gremien entscheiden, was ihnen solch eine Brücke wert ist.