Hohe Not im Hause Hühnerfeld

Saarbrücken. Kneipenwirt Karl Wilhelm Hühnerfeld (Willi Fries) und seine Gattin Gisela von Schwallberg-Hühnerfeld (Matthias Alt) sind selbst ihre besten Gäste. Fatale Folge: die Kasse ist leer, und die Vermieterin (Erika Sedlmeier) kennt kein Pardon

Saarbrücken. Kneipenwirt Karl Wilhelm Hühnerfeld (Willi Fries) und seine Gattin Gisela von Schwallberg-Hühnerfeld (Matthias Alt) sind selbst ihre besten Gäste. Fatale Folge: die Kasse ist leer, und die Vermieterin (Erika Sedlmeier) kennt kein Pardon. Ein Hausball soll den Laden wieder in Schwung bringen, beschließt das ungleiche Paar und lässt Bekannte und Stammgäste zu einem "Casting" antreten, um zu entscheiden, wer beim Ball auftreten darf. Eine gute Rahmenhandlung für einen mehrstündigen Comedyabend, in dessen weiterem Verlauf knapp 20 (!) einheimische Kleinkunstgrößen etwas beisteuern: Vom Poesiealben rezitierenden Altenheimbewohner (Hans Jager) bis zum musikalischen Parodisten Fidelius (Christoph Lesch) und der liebreizenden Elfriede Grimmelwiedisch (Ewald Blum) reicht das Spektrum der Casting-Kandidaten, die sich in der Schwalberg-Hühnerfeldschen Eckkneipe die Klinke in die Hand geben.

Nicht zu vergessen Charles Robin Broad, der als Prof. Lenny Finkenstein mit seinem imposanten Bass Trinklieder schmetterte und als Pianist die Begleitung de Travestie-Diseuse Gisela übernahm.

Es war eine eingeschworene Fangemeinde, die sich am Mittwoch zur ersten Fubbes-Sitzung für 2010 im Theater Blauer Hirsch eingefunden hatte, fest entschlossen, sich zu amüsieren und möglichst viel zu lachen. Ob dieser vergnügungswilligen Grundeinstellung brachen denn auch bei mittelmäßigen bis schwachen Gags unverminderte Heiterkeitsausbrüche los.

Erstmals bei der Fubbes-Sitzung dabei sind in diesem Jahr Peter Tiefenbrunner und Barbara Scheck, deren Auftritt als Kneipenpoet Lehmann und mit Sammelbüchsen bewaffneter Graustrumpf Moneypenny in all dem revueartigen Trubel jedoch ein wenig farblos wirkte. Besser passte da schon das rasante Tanzpotpourri der als Oma und Opa kostümierten "Revo-Boys" (Dirk Glaeser und Eric Mees), die für ihr Debüt bei der Fubbes-Sitzung viel Applaus bekamen.

Von der Stimmung im Saal her unterschied sich der Abend im Blauen Hirsch nur unwesentlich von üblichen Kappensitzungen: Da wird mitgesungen, geklatscht und geschunkelt - wer's mag, hat seinen Spaß. rae

Fubbes-Sitzung: Bis Rosenmontag jeden Abend ab 20.11 Uhr im Theater Blauer Hirsch.

www.theater-blauerhirsch.de