Hoffeld reagiert auf SZ-Bericht über Behinderten-Diskriminierung

Hoffeld reagiert auf SZ-Bericht über Behinderten-Diskriminierung

Bürgermeister Marcus Hoffeld hat auf den gestrigen SZ-Bericht über die Diskriminierung eines Schwerbehinderten am Bahnhof Merzig reagiert. Hoffeld will die Problematik in den nächsten Tagen bei einem Treffen mit Vertretern der Deutschen Bahn ansprechen.

"Es kann nicht sein, dass der Merziger Hauptbahnhof einerseits für viel Geld behindertengerecht ausgebaut und modernisiert wird, aber gleichzeitig Rollstuhlfahrer an einer Mitfahrt gehindert werden", teilte der Verwaltungschef mitmit. Die SZ hatte berichtet, dass ein Zugführer den schwerbehinderten Helmuth Wolf samt Elektro-Rollstuhl bereits zum zweiten Mal auf dem Bahnsteig am Bahnhof Merzig Mitte mit den Worten "Sie sind ein Auto. Ihr Rollstuhl hat Blinklichter und Lampen. Und Autos muss ich nicht mitnehmen" stehen ließ. "Mein Ziel ist es, derartige Probleme künftig auszuschließen", erklärte Hoffeld. Damit wolle er auch verhindern, dass die Arbeit der Behindertenbeauftragten und des Behindertenbeirats in den Hintergrund gerate, sagte der Bürgermeister.

Die Deutsche Bahn äußerte sich bislang nicht zum Verhalten des Zugführers und den Verstößen gegen das Sozialgesetzbuch, nach dem Schwerbehinderte inklusive Rollstuhl Anspruch auf kostenlose Fahrten in S-Bahnen und Nahverkehrszügen haben.

Helmuth Wolf ließ gestern eine Vermessung seines Rollstuhls durch einen Bahn-Techniker am Saarbrücker Hauptbahnhof über sich ergehen. Auch seine Zugfahrt nach Merzig wurde begleitet. Ergebnis: Wolf kann ohne Probleme mitfahren.

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