Hölzerne Skulptur schwimmt im Wassergarten

Allein die nackten Fakten zur Raumskulptur im Redener Wassergarten sind beeindruckend: Etwa 800 Dachlatten und 4000 Schrauben wurden dabei verbaut. Am Sonntag wurde das Kunst-Projekt offiziell eingeweiht.

. Wie einer dieser Tumbleweed-Ballen, die in Westernfilmen vom Wind über staubig-trockene Straßen geweht werden, wie ein organisches Geflecht inmitten einer Industriewüste wirkt die Raumskulptur von Martin Steinert, die im Redener Wassergarten zu schwimmen scheint, aus der Ferne.

Tritt man näher, rückt das Licht- und Schattenspiel ihrer kreuz und quer zusammengezimmerten Holzlatten in den Vordergrund. Das Material und die runde, in sich gewundene Gesamtform korrespondieren mit den unweit sprießenden Wasserpflanzen, die gerade Starre der einzelnen Holzlatten mit den Stahlträgern der Kohleverladestation im Hintergrund.

"Der Wassergarten bildet eine wunderbare Kulisse für diese bereichernde Attraktion des Erlebnisortes", freute sich die Neunkircher Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD), Schirmherrin des Kunstprojektes, bei der Einweihung am Sonntag. Etliche Interessierte nutzten sogleich die Gelegenheit, über den Steg die Raumskulptur zu betreten, die zugleich eine Galerie ist: Maler Michael Siffrin zeigt dort Bilder, die sich wiederum auf die Konstruktion beziehen - Linien und Streifen bestimmen die Kompositionen. In einer Begleitausstellung im Verlesesaal sind weitere Werke Siffrins wie auch Steinerts zu sehen, außerdem Fotografien von André Mailänder, der das Projekt mit künstlerischer Intention begleitet hat.

Beim Aufbau der Skulptur hatten zahlreiche Unternehmen und Einzelhelfer Arbeitskraft oder Material beigesteuert. "Etwa 800 Dachlatten wurden verbaut, 4000 Schrauben halten die Vernetzung.", erklärte Ingeborg Besch von der Galerie Besch in Saarbrücken, die die Laudatio hielt. Die drei Saarbrücker Künstler zeigten sich bei der Einweihung zufrieden: "In den letzten zwei Tagen mussten wir noch mal ordentlich anziehen, aber wir hatten viel Freude und eine super Kommunikation", so Mailänder. Die Raumskulptur soll nach einem Jahr der Natur überlassen werden.

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