Hobbyköhler baut den 20. Meiler

Der 70-jährige Giulio Pupo pflegt ein ziemlich ungewöhnliches Hobby: In seiner Freizeit baut er Kohlemeiler. In diesen Tagen baut er in Wiebelskirchen auf einem Wiesengrundstück den bislang 20. Meiler.

In der Ortsrandlage von Wiebelskirchen, oberhalb der Römerstraße, wird in wenigen Wochen wieder ein Kohlemeiler brennen. Noch vor Ostern will Meilerexperte Giulio Pupo damit beginnen, sein Bauwerk in dem Wiesengrundstück Auf dem schwarzen Stock unterhalb des Pappelhofes zu erstellen, wo er schon einen Großteil des benötigten Materials gelagert hat.

Es ist bereits das dritte Mal innerhalb weniger Jahre, dass der 70-jährige Italiener, der seit 50 Jahren im Saarland zu Hause ist, in Wiebelskirchen diese traditionelle Art der Holzkohlengewinnung praktiziert. Nur wenige Meter unterhalb des jetzigen Standorts hatte Pupo schon im Herbst 2007 einen Meiler gebaut, was damals auf reges Interesse in der Bevölkerung stieß. Auch als er im Oktober 2009 am Forsthaus Eberstein einen Kohlemeiler baute und entzündete, hatte das Volksfestcharakter. Jetzt hofft der vierfache Familienvater natürlich, dass die Bevölkerung auch diesmal seine Bemühungen honoriert.

"Es ist sehr viel Arbeit", sagt der Hobbyköhler, und wenn man seine Baustelle sieht, nimmt man ihm das sofort ab. Mit dem Bau von Kohlemeilern hat Giulio Pupo seinen Beruf zum Hobby gemacht. Erste Erfahrungen mit dem Handwerk konnte er schon als kleiner Junge bei seinem Vater sammeln, der den Köhlerberuf in der italienischen Provinz Kalabrien ausgeübt hat. Seine Kenntnisse im Umgang mit Holz hat er sich als jahrelanger Mitarbeiter bei Saarforst angeeignet, wo er bis zu seiner Pensionierung arbeitete.

Noch heute, so erzählt Pupo, hat er gute Kontakte zu seinen ehemaligen Kollegen und Vorgesetzten. Zu denen gehört auch der Neunkircher Forstdirektor Gernot Scheerer, der seinen ehemaligen Mitarbeiter nach dessen eigener Aussage bei seiner jetzigen Aktion mit Rat und Tat unterstützt.

Giulio Pupo hat in diesen Wochen mehrfachen Grund, zu feiern. Im Februar wurde er 70, im April lebt er seit 50 Jahren im Saarland, und der Meiler an der Peripherie von Wiebelskirchen ist schon der 20. Kohlemeiler, den er baut.

"Von Ost nach West und von Nord bis Süd" habe er schon Meiler gebaut, sagt der Hobbyköhler nicht ohne Stolz. Eine Woche Zeit benötigt der agile Rentner für den fachgerechten Aufbau des Meilers. Ende April beziehungsweise Anfang Mai wird der Maestro sein Bauwerk dann feierlich entzünden und dieses Zeremoniell soll dann wieder ein großes Ereignis für die gesamte Bevölkerung werden, wie das schon 2007 und 2009 der Fall war.