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Hilfe für Prostituierte und Opfer von Menschenhandel

St. Ingbert/Saarbrücken. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) des SPD-Stadtverbandes St. Ingbert besuchte den Verein Aldona in Saarbrücken. Dieser Verein wurde 1990 unter dem Namen Hurenselbsthilfe gegründet und hat mittlerweile vielfältige Aufgaben

St. Ingbert/Saarbrücken. Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) des SPD-Stadtverbandes St. Ingbert besuchte den Verein Aldona in Saarbrücken. Dieser Verein wurde 1990 unter dem Namen Hurenselbsthilfe gegründet und hat mittlerweile vielfältige Aufgaben. Finanziert wird der Verein anteilsmäßig vom Saarland, dem Regionalverband Saarbrücken, der Stadt Saarbrücken und aus Eigenmitteln. Die Sozialpädagogin Barbara Filipak und ihre Kollegin Sabrina Müller gaben den Gästen einen informativen Einblick in ihren schwierigen Arbeitsalltag und berichteten über Probleme und Widrigkeiten, mit denen sie tagtäglich zu kämpfen haben.Auch beantworteten sie engagiert und detailliert Fragen zu diesem Arbeitsbereich, der für die Frauen der ASF ein völlig unbekanntes Terrain bedeutete. Aufgabe des Vereins ist zum einen die berufliche Wiedereingliederung von ehemaligen Prostituierten, zum anderen nimmt man sich seit Mai 1997 ausländischer Frauen an, die im Migrationsprozess Gewalt erleben. Der Verein tritt dafür ein, dass alle Formen des Frauenhandels im öffentlichen Bewusstsein und seitens der Gesetzgebung als Menschenrechtsverletzung anerkannt und als Gewalt gegen Frauen verurteilt werden.



Die angesiedelten Beratungsstellen versuchen, folgende Zielgruppen zu erreichen: potenzielle Aussteigerinnen, deutsche und ausländische Prostituierte, Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution, Opfer von häuslicher Gewalt mit Migrationshintergrund. Weiterhin Betroffene von Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der Ehre.

Die Beraterinnen sind für das gesamte Saarland zuständig und kooperieren mit vielen anderen Institutionen. Sie unterstützen aussteigewillige Prostituierte bei Behördengängen und bei der Arbeits- und Wohnungssuche, besuchen diese am Arbeitsplatz und bieten Beratungsgespräche an. Zu den Aufgaben gehören auch Prozessvor- und -nachbereitung und Begleitung zu Gerichtsverhandlungen und das Organisieren von Rückkehrvorbereitungen in die Heimat.

Ferner bringen sie Stellungnahmen und eigene Initiativen zu Gesetzesänderungen und Verordnungen ein zum Opferschutz, zur Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsverheiratung. "Mit vielen neuen Eindrücken und äußerst nachdenklich haben die ASF-Frauen die Geschäftsstelle von Aldona verlassen, und wir waren der Meinung, dass die Frauen, jedwede Unterstützung bekommen müssen", stellte die ASF-Vorsitzende Petra Schweitzer heraus. red