„Hier will keiner weg“

Die Polizei in Burbach hat angebaut und die Sicherheit erhöht. Polizeipräsident Norbert Rupp ist überzeugt: Die Motivation der Mitarbeiter hängt nicht unwesentlich auch von anständigen Arbeitsbedingungen ab.

"30 junge Kollegen wollen hierher, und weg will keiner", freute sich Landespolizeipräsident Norbert Rupp über die "offenkundig gute Arbeit und Moral" bei der Polizeiinspektion (PI) Burbach. Wobei ja noch zu bedenken sei, dass diese Dienststelle als überdurchschnittlich "problembehaftet" gilt. Sie deckt nämlich, neben den polizeilich unauffälligen westlichen Bezirken Klarenthal, Gersweiler und Altenkessel, die Saarbrücker Innenstadt-Gebiete Malstatt und Burbach ab. Hier ist die Kriminalitätsbelastung höher als sonstwo und der Respekt vor der Polizei eher unterentwickelt.

Nun ist die Dienststelle der PI Burbach erweitert und renoviert worden, "so dass ich sicher bin, dass die Motivation aufrechterhalten bleibt", so Landespolizeipräsident Norbert Rupp , der das Haus quasi symbolisch seiner Bestimmung übergab. Es gab eine kleine Feier, zu der Dienststellenleiter Wolfgang Schäfer seinen Mitarbeitern frei gegeben hatte; derweil wurde die Schicht von Kollegen der PI Alt-Saarbrücken übernommen.

Nachdem die Inspektion Burbach bei der letzten saarländischen Polizeireform 2012 aufgewertet worden war und das Personal von 74 auf 104 Köpfe (Stand 25. Oktober) wuchs, war das Gebäude in der Heinrich-Barth-Straße von heute auf morgen viel zu klein gewesen. Unter Federführung des stellvertretenden Dienststellenleiters Thomas Kolz als quasi-Bauprojekt-Manager gelang es, das Haus nach den Bedürfnissen der Polizei von 600 auf etwa 900 Quadratmeter Nutzfläche zu erweitern, und zwar im laufenden Betrieb. Der Zuschnitt der Räume und damit die Arbeitsbedingungen gelten nun als "nahezu optimal", so Schäfer. Wobei nicht nur ins Haus und drei Garagen, sondern auch in Sicherheitstechnik und in eine Rundumbeleuchtung investiert wurde.

Während des "Bauens im sicherheitsrelevanten Bereich", das vom Spatenstich im März bis zur Realisierung im September alles in allem nur sieben Monate dauerte, galten übrigens für die Mitarbeiter der Kirkeler Baufirma Bernardi besondere Auflagen. Sie mussten sogar ihre Ausweise mitführen.

Das Gebäude gehört dem Saarbrücker Immobilieninvestor Karl-Otto Schmitt. Der gelernte Kfz-Meister hatte es bereits 2004 im Ursprungszustand errichtet und an die Polizei vermietet und steckte nun weitere 450 000 Euro in die Erweiterung. Das gute Verhältnis des Hauseigentümers zur Burbacher Polizei ist über Jahrzehnte gewachsen: "Seit 1976 habe ich im wahren Wortsinn die hiesige Polizei im Haus, bis 1996 in der Koblenzer Straße, dann in der Dresdner Straße und jetzt hier", schmunzelt Schmitt.

Da Erweiterungsbauten bei der aufs Sparen getrimmten Polizei nicht alltäglich sind (demnächst wird bei der PI Völklingen in eine weitere Zu- und Abfahrt investiert) , war die Zahl der Gäste mit etwa 60 entsprechend groß; die saarländische Landesregierung war mit Innen-Staatssekretär Christian Seel vertreten.

Das geistliche Wort brachte der evangelische Polizeipfarrer Rudolf Renner ein, nämlich Vers 14 aus Kapitel 12, Römerbrief des Paulus: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."