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Hier werden Hacker ausgetrickst

 Michael Backes, Direktor des Zentrums für IT-Sicherheit (Cispa), führt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer durch das frisch eröffnete Cispa-Gebäude. Foto: Iris Maurer
Michael Backes, Direktor des Zentrums für IT-Sicherheit (Cispa), führt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer durch das frisch eröffnete Cispa-Gebäude. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Saarbrücken. Planung, Genehmigung und Bau dauerten gerade mal 21 Monate: Das neue Gebäude des renommierten Zentrums für IT-Sicherheit (Cispa) an der Saar-Uni wurde im Eilverfahren aus dem Boden gestampft. Die Wissenschaftler hoffen, ihre Forschung nun weiter ausbauen zu können. Alexander Stallmann

"Ich habe es nie offen gesagt, aber ich hielt es zuvor für unmöglich", sagte Professor Michael Backes bei der Eröffnungsfeier des neuen Gebäudes des Zentrums für IT-Sicherheit (Cispa) auf dem Saarbrücker Campus der Saar-Uni. Gerade mal 13 Monate nach der Grundsteinlegung sei das neue Domizil fertig gewesen. Gestern weihte Backes den 14 Millionen Euro teuren Neubau zusammen mit Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ), Uni-Präsident Volker Linneweber und etwa 100 weiteren Gästen ein.

Das Cispa wurde 2011 durch eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung als eines von drei Kompetenzzentren für IT-Sicherheit in Deutschland gegründet. 200 Wissenschaftler arbeiten an der Entwicklung von Verfahren, die das Internet für Nutzer sicherer machen sollen. Ein Thema des Zentrums ist zudem, wie die Sicherheit von Atomkraftwerken vor Software-Attacken verbessert werden kann. Das Cispa gilt als bedeutender Standort für IT-Sicherheit in Europa.

Bisher waren die Cispa-Mitarbeiter im Informatik-Bau der Uni untergebracht. Da das Zentrum stetig wuchs, wurde ein eigenes Gebäude notwendig. Im Dezember begann der Umzug ins neue Domizil am Osteingang des Uni-Campus. Dort stehen den Forschern 135 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Gerade mal 21 Monate habe man für Planung, Genehmigung und Bau gebraucht, sagte Andreas Veauthier vom Büro "AV-A Veauthier Architekten". Nach Angaben der Staatskanzlei bezuschusste das Land den Bau mit fünf Millionen Euro , sechs Millionen Euro stammten aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die Uni beteiligte sich mit drei Millionen Euro .

In dem vierstöckigen, lichtdurchfluteten Gebäude hängen überall Bildschirme an den Wänden. "Alles, was in einem Raum des Gebäudes gemacht wird, kann in jedem anderen gezeigt werden", erklärt Cispa-Verwaltungschef Sebastian Gerling . Man verspreche sich von dem Neubau einen besseren wissenschaftlichen Austausch, sagte Backes. 2013 habe er das erste Mal mit der Ministerpräsidentin über ein Gebäude fürs Cispa gesprochen. Da das Zentrum damals noch in den Kinderschuhen gesteckt habe, sei es mutig gewesen, hier zu investieren, so Backes.