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Hier trauern Leute um ihre Lieblinge

Saarbrücken. Abschiednehmen tut weh. Das gilt auch beim Tod eines geliebten Haustieres. Umso wichtiger ist es für viele Menschen, einen Ort der Trauer um den verstorbenen Dackel, Hasen oder Kanarienvogel zu haben. Der Tierfriedhof Habsterhöhe soll ein solcher Platz des Gedenkens sein Von SZ-Redaktionsmitglied Gerrit Dauelsberg

Saarbrücken. Abschiednehmen tut weh. Das gilt auch beim Tod eines geliebten Haustieres. Umso wichtiger ist es für viele Menschen, einen Ort der Trauer um den verstorbenen Dackel, Hasen oder Kanarienvogel zu haben. Der Tierfriedhof Habsterhöhe soll ein solcher Platz des Gedenkens sein.



Die Ruhestätte besteht seit 1980 und ist Teil eines etwa 14 Hektar großen Geländes mit Bäumen auf der Habsterhöhe an der Neuen Bremm. Jährlich setzen Mitarbeiter des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) auf dem Friedhof bis zu 400 Tiere bei. Die Anlage kann täglich von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang besucht werden.

Jetzt gestaltete die Stadt den Friedhof neu. Der Grund: Bislang wurde die Ruhestätte regelmäßig als Müllkippe missbraucht (die Saarbrücker Zeitung berichtete). In den Gräben, die für die toten Tiere vorgesehen sind, sammelte sich säckeweise Abfall.

Die Friedhofsbesucher Doris Quirin und ihre Schwester Carin Marquardt konnten diese Missstände - wie viele andere Tierfreunde - nicht länger ertragen. Sie sprachen im vergangenen Jahr gegenüber der SZ von einem "Schandfleck" und suchten das Gespräch mit Bürgermeister Kajo Breuer. Dieser teilte die Meinung der Schwestern und sprach von "berechtigtem Unmut der Besucher".

Der ZKE, der den Friedhof betreibt, begann wenig später mit dem Umbau. Der ist inzwischen abgeschlossen. Bürgermeister Kajo Breuer stellte diese Woche vor, was sich getan hat: So werden die Gräben für die Tierkörper künftig kleiner sein, so dass sie nicht mehr als Abfallgruben taugen. Nun schaufelt ein Bagger häufiger Gräben, in denen sich das Regenwasser nicht mehr stauen soll. Und neue Querrinnen leiten das Oberflächenwasser ab.

Weitere Verbesserungen: Die neu angelegte, befestigte Schotterfläche mit Randsteinen erleichtert den Zugang zu den Grabreihen. Dazu erneuerte der ZKE die Zufahrtswege und die Parkplätze. Außerdem verschönerte der Betrieb den Eingang und stattete ihn mit neuen Schildern und Schaukästen aus.

Ein komplett neuer Zaun umgibt das Gelände. Kajo Breuers Bilanz: "Der Tierfriedhof auf der Habsterhöhe ist nach seiner Umgestaltung ein würdiger Ort, an dem nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Hamster, Kaninchen und Vögel ihre letzte Ruhe finden."

Das Angebot einer würdevollen Bestattung sei wichtig, sagt der Saarbrücker Bürgermeister. Er wisse: "Für manche Menschen ist es ein unerträglicher Gedanke, einen über Jahre hinweg treuen Begleiter einfach beim Tierarzt lassen zu müssen." "Der Tierfriedhof

auf der Habsterhöhe ist nach seiner Umgestaltung ein würdiger Ort."

Bürgermeister

Kajo Breuer

Stichwort

Für die Beerdigung eines verstorbenen Haustieres ist eine Pauschale von 40 Euro zu bezahlen, sofern das Tier beim ZKE in der Schillstraße abgegeben wird. Innerhalb von Saarbrücken holen ZKE-Mitarbeiter den Tierkörper für 55 Euro ab. Auf dem Saarbrücker Tierfriedhof besteht nur die Möglichkeit, ein Haustier schlicht begraben zu lassen. Eine komplette Umgestaltung zu einer Tiergedenkstätte, wie sie zahlreiche private Unternehmen anbieten, ist nach Auskunft der Stadt derzeit aus Kostengründen nicht möglich.

Private Tierbestatter erheben laut Stadt neben einer einmaligen Pauschale in der Regel jährliche Nutzungsgebühren und Grabpflegegebühren. Das kostet nach Angaben der Stadt ein Vielfaches mehr als auf der Habsterhöhe. Wesentlich aufwändiger seien Einzelbestattungen in privaten Tiergedenkstätten. Preis laut Stadt: ab etwa 300 Euro. red