Hier starten Karrieren nicht nur im Labor

Völklingen. "Es gibt kein Bild, auf dem man unsere ganze Schule sehen kann", sagt Gilbert Strunk. Der stellvertretende Leiter des Technisch-gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrums (TGSBBZ) Völklingen spielt damit auf die Größe des Komplexes im Stadtteil Heidstock an. Groß wie die Schule ist ihr Ausbildungsangebot, verteilt auf fünf Abteilungen

Völklingen. "Es gibt kein Bild, auf dem man unsere ganze Schule sehen kann", sagt Gilbert Strunk. Der stellvertretende Leiter des Technisch-gewerblichen und Sozialpflegerischen Berufsbildungszentrums (TGSBBZ) Völklingen spielt damit auf die Größe des Komplexes im Stadtteil Heidstock an. Groß wie die Schule ist ihr Ausbildungsangebot, verteilt auf fünf Abteilungen. Der klassische Berufsschulbereich umfasst die Metallabteilung, die Kfz-Technik sowie die Laborberufe und die Friseurausbildung. Dazu gibt es die Fachoberschule, die Gewerbeschule und das Technische Gymnasium. Gerade diese Schulform sei nicht erst seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) sehr beliebt. "Die Schüler steigen mit mittlerem Bildungsabschluss in die Oberstufe ein und werden in den Klassen elf, zwölf und dreizehn zum Abitur geführt", erklärt Schulleiter Detlef Merten die Gymnasialform, mit Schwerpunkten in Metall- und Elektrotechnik, Kommunikations- und Biotechnologie sowie in der technischen Informatik und der Bioinformatik. Völklingen ist der einzige Biotechnologiestandort im Saarland, im Bereich der Kommunikationstechnologie gibt es bundesweit nur ein weiteres BBZ.

"In Deutschland fehlen rund 2000 Ingenieure", sagt Merten weiter, "da haben wir fast einen gesellschaftlichen Auftrag, junge Menschen an technische und Ingenieurberufe heranzuführen." Auch die Ausstattung der Schule gilt in vielen Bereichen vorbildlich. In der Biologie gibt es ein S1-Labor, wo Kulturen unter besonderen Schutzvorkehrungen herangezogen werden, ohne dass äußere Einflüsse die Experimente stören. Im Labor der Automatisierungstechnik finden sich moderne Geräte der Hydraulik und Robotertechnik. An guter Ausstattung führe kein Weg vorbei. "Die Berufsabschlüsse sind mit denen von vor 20 Jahren nicht mehr zu vergleichen", sagt Strunk, "die Anforderungen sind deutlich höher." Dass sich die rund 1900 Schüler und 92 Lehrer trotzdem wohl fühlen, liege an der Grundeinstellung im Haus.

"Wir versuchen unseren Schülern zu vermitteln, dass sie eben nicht nur eine Nummer im System sind", betont Oberstudiendirektor Merten, "wir nehmen Schüler mit allen Stärken und Schwächen an. Dabei sind in den vergangenen Jahren auch Sozialarbeiter an der Schule eine wichtige Hilfe."

Während die Ausbildung offenbar auf dem neuesten Stand ist, sind die Gebäude aus den frühen 70ern in die Jahre gekommen. Ein geplanter Neu- und Umbau mit Hilfe eines privaten Investors liegt aber seit zwei Jahren auf Eis. So hadern Schüler und Lehrer weniger mit dem Unterrichtsstoff als mit undichten Dächern und schlecht isolierten Mauern.

Auf einen Blick

Kontakt: Technisch-gewerbliches und Sozialpflegerisches Berufsbildungszentrum, Am Bachberg 1, 66333 Völklingen Tel. (0 68 98) 9 12 80, Fax (0 68 98) 29 58 34.

Schulleitung: Detlev Merten, Gilbert Strunk (Stellvertreter) Schüler: 1900

Kollegium: 92 Lehrerinnen und Lehrer

Biolaboranten-Ausbildung in Völklingen (v. l.) Anne Köhl, Nadine Becker, Dominik Appel, Matthias Bartelmann. Foto: Becker&Bredel.
Biolaboranten-Ausbildung in Völklingen, von links: Anne Köhl, Nadine Becker, Dominik Appel und Matthias Bartelmann. Foto: Becker & Bredel.

Ausbildungsberufe (Auszug): Biologielaborant, Chemielaborant, Fahrradmonteur, Friseur, Industriemechaniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Konstruktionsmechaniker, Kfz-Mechatroniker, Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik, Metallbauer, Teilezurichter, Verfahrensmechaniker, Werkstoffprüfer, Zahntechniker, Zerspanungsmechaniker, Zweiradmechaniker für Fahrrad- beziehungsweise Motoradtechnik. cor