Hier heulen nur die Wölfe

Weg vom Asphalt und lieber rein ins Unterholz: Trail-Läufe werden immer beliebter. Dies zeigte die gelungene Premiere des Merziger Wolfstrails, der am vergangenen Samstag etwa 240 Querfeldein-Jogger begeisterte.

Als Christian Zimmer am vergangenen Samstag in der Kaserne "Auf der Ell" in Merzig die Ziellinie passierte, schnaubte der 34-Jährige tief durch. Doch die Strapazen von seinem 52:42 Minuten dauernden Lauf über den 12,64 Kilometer langen Hügelkurs mit wildromantischen Schluchten und schmalen Waldpfaden waren gleich vergessen.

Einsetzender Nieselregen hatte den Sieger des 1. Merziger Wolfstrails auf den letzten Metern durchnässt, doch seine Begeisterung schmälerte das nicht. "Der Lauf war toll, der Kurs abwechslungsreich mit echt anstrengenden Passagen - trailig eben", sagte der saarländische Ultra-Läufer, der weiß, wovon er spricht. Erst vor einer Woche hatte Zimmer in den Alpen einen 70-Kilometer-Berg-Marathon absolviert - mit 5100 Höhenmetern. Beim Wolfstrail warteten "nur" 300 Höhenmeter, aber die hatten es in sich.

"Der Anstieg am Wolfspark war besonders steil. Die ganze Strecke war profiliert und toll konzipiert", lobte Siegerin Evelyn Thieser vom Fitness Forum Mettlach die Veranstalter.

Oberstleutnant Andreas Büschenfeld, Bürgermeister Marcus Hoffeld und der Vorsitzende des Leichtathletik-Vereins (LV) Merzig , Ralf Holbach, hatten vor einem Jahr die Idee dazu. Der zweite Wertungslauf zum Saarschleifen-Cup für "Allrounder" sollte anlässlich des Tages der offenen Tür des Luftlandebataillons 262 stattfinden. Unterstützt wurden sie von Wolfsforscher Werner Freund, der die Premiere nicht mehr erlebte. Der im vergangenen Februar verstorbene ehemalige Fallschirmjäger hätte aber seine Freude gehabt am kräftezehrenden Kurs, der auf den ersten Kilometern um den nach ihm benannten Park kreiste.

"Hier heulen nur die Wölfe ", stand vor der steilsten Steigung auf einem Schild, über das Ingo Plehwe schmunzeln musste. "Man sollte hier also nicht jammern, sondern auf die Zähne beißen. Es passte irgendwie", sagte der Läufer von der LAG Saarbrücken und musste lachen. Er überließ das Heulen den grauen, vierbeinigen Jägern in ihren Gehegen. Reichlich Biss zeigte auch Beate Ufer von der DJK Münchwies. "Normalerweise starte ich bei längeren Bergläufen. Deshalb war ich verwundert, dass 300 Höhenmeter so anstrengend sein können", bemerkte die drittschnellste Frau schmunzelnd.

Rehlinger Hawner wird Vierter

"Landschaftlich super", kommentierte Ultra-Läufer Burkhard Giersberg vom LV Merzig die Passagen durch die Grät-Schlucht und den Garten der Sinne. Frank Hawner hatte für die Sehenswürdigkeiten kein Auge. "Ich musste permanent auf den Boden schauen, damit ich nicht über Steine oder Wurzeln gestürzt bin", sagte der Viertplatzierte vom LC Rehlingen. Monika Hoffmann vom SV Habach fand den Kurs "anstrengend, aber einfach nur klasse". Tatiana Quesada von den Fußball-Freunden Sinz brachte die Begeisterung der 240 Querfeldein-Jogger auf den Punkt. "Ein unglaubliches Lauferlebnis", geriet die zweitschnellste Frau ins Schwärmen. Ralf Holbach hörte es gerne. "Trail-Läufe sind eben voll im Trend. Und ich denke, wir haben hier ein passendes Lauf-Paket geschnürt, das allen Teilnehmern Spaß machte", stellte der LV-Vorsitzende erfreut fest. > siehe auch Zahlen

wolfstrail-merzig.de

Mehr von Saarbrücker Zeitung