Hier gibt es Zeit für Kinder

Burbach. Das Erreichen schulischer Lernziele ist für die Therapeutische Schülergruppe Saarbrücken-Burbach ebenso wichtig wie die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder. Leiterin Gudrun Maas ist überzeugt davon, dass die Kombination aus Schulförderung und sozialem Lernen zum Erfolg führt: "Die Kinder kommen zu uns in die Gruppe, da sie Schwierigkeiten beim Lernen haben

Burbach. Das Erreichen schulischer Lernziele ist für die Therapeutische Schülergruppe Saarbrücken-Burbach ebenso wichtig wie die Stärkung der Persönlichkeit der Kinder. Leiterin Gudrun Maas ist überzeugt davon, dass die Kombination aus Schulförderung und sozialem Lernen zum Erfolg führt: "Die Kinder kommen zu uns in die Gruppe, da sie Schwierigkeiten beim Lernen haben. Das hat ganz verschiedene Ursachen. Viele der Schüler stammen beispielsweise aus einem anderen Land oder haben Konzentrationsschwächen. Wir helfen den Kindern bei ihren Schulaufgaben und des Weiteren fördern wir den sozialen Umgang der Kinder untereinander", erklärt die 56-Jährige. Die Einrichtung kann insgesamt zwölf Kinder aufnehmen, die in zwei Gruppen eingeteilt sind.Die kleinen Gruppen sind von Vorteil, die Mitarbeiter können sich intensiver um einzelne Kinder kümmern. Leider ist die Nachfrage wesentlich größer, sodass es Wartelisten gibt. Das Team wünscht sich daher für die Zukunft, noch mehr Kinder betreuen zu können, da viele Burbacher auf das kostenfreie Angebot angewiesen sind. "Meine Mama kommt aus Russland und arbeitet den ganzen Tag. Sie hat daher leider keine Zeit, um mir bei den Hausaufgaben zu helfen", erzählt uns Valentina. Die 11-Jährige hat Probleme im Fach Mathematik und besucht deshalb seit fast einem Jahr die Schülergruppe. "Ich habe schon viele Fortschritte in Mathe gemacht. Außerdem ist es echt schön hier. Ich finde es gut, dass ich hier essen kann und wir nachmittags zusammen spielen oder was unternehmen", sagt die Schülerin. Auch die Fünftklässlerin Sena verbringt sehr gerne ihre Zeit in der Gruppe: "Ich bin seit einem Jahr dabei, und es macht mir echt Spaß hier", freut sie sich. "Ich hatte auch viele Probleme in Mathe, und durch die Schülerhilfe konnte ich mich von einer Vier auf eine Drei steigern", erzählt die 11-Jährige stolz.

Neben den schulischen Problemen wird auch über andere Dinge gesprochen, die den Kindern Sorgen machen. "Es geht oft um Streitereien. Einmal hatten wir sogar eine richtige Schlägerei", erzählt Sina aufgeregt. Hierfür gibt es die "KiKo-Box". "KiKo" ist die Abkürzung für Kinderkonferenz, die jeden Donnerstag stattfindet. In die Box werfen die Kinder einen Zettel mit ihrem Problem, damit es bei der Kinderkonferenz besprochen werden kann. "Die Kinder sollen sich bei uns wohl fühlen; das ist die Grundlage für alles", erklärt Gudrun Maas, die die Kinder von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr betreut. Nach dem Lernen wird in der Gruppe etwas für die Kreativität und den Bewegungsdrang der Kinder getan. Sie basteln zusammen, malen oder tanzen. Momentan arbeitet die Einrichtung eng mit der Tanzschule Bootz-Ohlmann zusammen, wo die Schüler tanzen lernen und an einer Vorführung beim Orientalischen Markt am 26. Mai in Burbach arbeiten. Die Schülergruppe gibt es seit 1979, und sie arbeitet eng mit den umliegenden Schulen zusammen. 1995 übernahm die Arbeiterwohlfahrt die Trägerschaft. Die Finanzierung übernehmen Regionalverband und Kommune. Heute sind zwei Pädagogen und zwei ehrenamtliche Kräfte für die Kinder vor Ort.