Heroenhafte Protagonistinnen

Sogartig wird der Blick beim Betreten der Galerie Neuheisel von einem besonders farbgewaltigen Gemälde Elvira Bachs angezogen. Es misst 2,3 auf 1,9 Meter, trägt den Titel "Bin ich schön" und ist im hinteren Galerieraum so geschickt positioniert, dass es aus der Tiefe in den Vordergrund zu schweben scheint.

Ganz präsent wirkt dieses Bild mit den drei Frauen in Rot - klein, größer, am größten - vor lilarotem Grund. Dicke Kirschen in einem satten Rotton, Schuhe in Pink und ein Herz in der Farbe des Grundes sind hier die symbolträchtigen Accessoires, die die Bildwelten der Berliner Künstlerin stets durchwandern. Sie sind die Begleiter der heroenhaften Protagonistinnen mit dem typisch Bachschen Antlitz.

Insgesamt hat Elvira Bach dreizehn große und acht kleinere, hintergründige Arbeiten zum Thema "Spargelzeit" nach Saarbrücken mitgebracht. Sie stammen aus den Jahren 2001 bis 2015 und zeigen einmal mehr, dass die erfolgreiche Künstlerin ihrer eigenen, während des Studiums an der Berliner Hochschule der Bildenden Künste (1972-1979) entdeckten Spielart der expressiven Malerei bis heute treu geblieben ist. Damals beschloss sie, "etwas von sich zu zeigen" und begann, stolze, schöne Frauen in wechselnden Posen mit viel Farbe und großen Pinseln auf Leinwand und Papier zu bannen. Sie sind noch immer getragen vom Geist der "wilden" Malerei der achtziger Jahre, sind expressiv und ausdrucksstark - vom Wiedererkennungswert mal ganz zu schweigen - doch ob sie heute noch immer frisch und originell wirken, ist eine andere Frage.

Bis 28. November. Galerie Neuheisel, Johannisstraße 3a, Di 10 bis 16, Do 13 bis 19, Sa 12 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung.