Heiligabend-Aktion in Not

33 000 Euro brauchen die Kirchen für die Feier in Saarbrücken, zu der am Heiligabend 700 arme und einsame Menschen erwartet werden. Bisher sind nur 17 000 Euro zusammengekommen. Die Organisatoren rufen um Hilfe.

Eigentlich, so hat es Benedikt Welter, der Dechant des katholischen Dekanats Saarbrücken, einmal erklärt, war Weihnachten in Gottes großem Plan gar nicht vorgesehen. "Plan A", also dass alles gut ist und bleibt nach der Erschaffung der Welt, ging aber schief. Es sei also "Plan B" in Kraft getreten: Gott schickte seinen Sohn zu den Menschen - als Kind in der Krippe. Weihnachten eben. Nun sieht es so aus, als brauche auch Welters Kirche womöglich einen Plan B für Weihnachten.

Damit auch für die Saarbrücker Weihnachten ist, die nichts oder niemanden haben, organisieren katholische und evangelische Christen seit 44 Jahren eine Feier mit Musik, mit kleinen Geschenken, mit der Weihnachtsgeschichte, mit einem warmen Essen. Anfangs kümmerten sich einige ehrenamtliche Helfer in einem Pfarrsaal um wenige Obdachlose. Die Zahl der Bedürftigen stieg in den vergangenen Jahren an. Mit rund 700 Gästen, darunter auch viele Kinder, rechnen die rund 100 Helfer in diesem Jahr am Heiligen Abend im E-Werk auf den Burbacher Saarterrassen.

Während sich viele der Stammgäste bereits auf die Feier freuen, plagen die Organisatoren der Heiligabend-Aktion Sorgen. Rund 33 000 Euro kostet es, gut 700 warme Mahlzeiten bereitzustellen, die Geschenktüten unter anderem mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln zu füllen, die große Halle so herzurichten, dass man sich darin wohlfühlen kann. Bisher sind allerdings nur rund 17 000 Euro Spenden zusammengekommen, sagt der katholische Pastoralreferent Heiner Buchen vom Heiligabend-Aktion-Organisationsteam.

In den vergangenen Jahren seien immer rund 40 000 Euro zusammengekommen, so dass man mit dem Rest der Spenden sogar noch andere Projekte - etwa die Wärmestube - habe unterstützen können.

Dass die Spenden in diesem Jahr ausbleiben, habe wohl mit den Vorgängen im Bistum Limburg zu tun, vermutet Buchen. Dass der dortige Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wegen Millionen-Ausgaben für seine Residenz in die Schlagzeilen geraten ist, lasse wohl viele Menschen vermuten, dass die Kirche genug Geld hat.

Diese Vermutung hilft den Organisatoren der Heilig-Abend-Aktion aber nicht weiter. Sie wissen nicht, was sie machen sollen. Die Gäste werden kommen am Heiligabend. Einen Plan B haben sie nicht.

Wer in Saarbrücken helfen will, bekommt Informationen unter Tel. (06 81) 9 06 81 61.

Auch die Pfarreiengemeinschaft St. Eligius in Völklingen plant in diesem Jahr wieder eine Heiligabend-Aktion. Hier ist die Lage entspannter als in Saarbrücken, was die Finanzierung angeht. Aber Spenden sind trotzdem herzlich willkommen. Denn nur so könne man auch für das nächste Jahr wieder die Aktion in Angriff nehmen, sagt Rosemarie Gothier von der Frauengemeinschaft St. Eligius. 100 Gäste werden erwartet, die sich vorher anmelden mussten, der Saal in St. Michael ist damit voll. Aber wer am Heiligen Abend zur Tür kommt, kriegt natürlich auch noch was. Los geht es um 18 Uhr mit einem Wortgottesdienst, danach folgt ein warmes Essen. Kontakt zum Pfarrbüro: Tel. (0 68 98) 9 14 68 00.