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Hans will der Hässlichste sein

Manche Besucher des Mittelalter- und Fantasie-Marktes waren selbst echte Hingucker; von links: Christine Augustin, Sascha Thiery und Tamara Brill. Fotos: Becker&Bredel
Manche Besucher des Mittelalter- und Fantasie-Marktes waren selbst echte Hingucker; von links: Christine Augustin, Sascha Thiery und Tamara Brill. Fotos: Becker&Bredel
Saarbrücken. Ob originalgetreue Ritter oder Fantasiegestalten: Bei den Mittelaltertagen ist alles zu sehen. Und manche Fans schlagen gleich ihre Zelte übers Wochenende auf. Wildschwein am Spieß ist dann inbegriffen. Frank Bredel

Arandur, Skadir und Tjalda sehen toll aus. Die Gehörnte hat selbstgebaute Huf-Schuhe und ihre schneeweiße Freundin gar ein Geweih auf dem Kopf. Der dritte im Bunde ist ein Ritter, jedenfalls fast, denn sein Kostüm ist nicht historisch, sondern ein Fantasiegewand.



Bei echten Rittern stimmt jedes Detail. Die "Fantasten" und die "Historiker", denen jedes Teil am mittelalterlichen Gewand nicht original genug sein kann, trafen sich am verlängerten Wochenende zu den 7. Fantasie- und Mittelaltertagen im Deutsch-Französischen Garten (DFG) in Saarbrücken .

25 000 Besucher zieht das Fest inzwischen an, und es werden jedes Jahr mehr, sagt Organisator Gerd Drenkow. Mit 15 000 Besuchern begann es, als er zum 50-jährigen Bestehen des DFG erstmals die Szene nach Saarbrücken holte. Heute kommen die Gaukler, Schausteller und Fans aus ganz Europa. Saarbrückens Markt hat sich etabliert. In diesem Jahr wurde das Ehrental dazugenommen, mit der erweiterten Fläche genehmigte die Stadt mehr Besucher. Christine Augustin (Arandur), Sascha Thiery (Skadir) und Tamara Brill (Tjalda) sind mit ihren Kostümen ein beliebtes schönes Fotomotiv, es gibt auch ein hässliches, den "hässlichen Hans", einen Bettler . Er will der Hässlichste sein und erfüllt den Anspruch auch. Daneben gibt es Orks und Ritter, Edelfrauen und Knappen. Es gibt viel anzuschauen.

Nicht sehen kann man, was Kartenlegerin Kerstin Priess den beiden Saarbrückerinnen Birgit Finck und Christine Reuter vorhersagt, denn das Zelt des Magischen Auges ist eine diskrete Zone. Priess ist seit 30 Jahren Kartenlegerin, sie habe Stammkunden, brauche in Saarbrücken ein Terminbuch. "Karten lügen nicht, das ist keine Bespaßung", glaubt Finck.

Elke Arnold vom Heimatkundlichen Verein Gersweiler bildet mit drei Familien ein Lager, abends gibt es Wildschwein am Spieß. "Die Orks bekommen dann die Knochen", sagt sie, denn die wohnen nebenan. Vier Tage lebt Arnold im DFG: "Da lässt man den Alltag zuhause", sagt sie, nur fünf Kilometer von zuhause entfernt.

Hans: Schönheit ist nicht alles.
Hans: Schönheit ist nicht alles.
Besucherin Sara mit tollem Hut.
Besucherin Sara mit tollem Hut.
Die Händler und Schausteller kamen aus ganz Europa angereist.
Die Händler und Schausteller kamen aus ganz Europa angereist.