Hand in in Hand für Burbach

Burbach. Das erste Bündnis für Investition und Dienstleistung (Bid) will in etwa einem Monat offiziell seine Arbeit aufnehmen. Das teilten Organisator Siegfried Graber und Koordinator Michael Momber am Dienstag bei der Auftaktveranstaltung zur Auslegungsphase im öffentlichen Antragsverfahren mit

Burbach. Das erste Bündnis für Investition und Dienstleistung (Bid) will in etwa einem Monat offiziell seine Arbeit aufnehmen. Das teilten Organisator Siegfried Graber und Koordinator Michael Momber am Dienstag bei der Auftaktveranstaltung zur Auslegungsphase im öffentlichen Antragsverfahren mit.

Dieses Verfahren ist die letzte Hürde, die der Burbacher Bid-Verein noch nehmen muss, um das erste Bid im Saarland zu werden. Die Bids kommen eigentlich aus den Vereinigten Staaten, wo die Abkürzung für Business Improvment Districts steht. Bids sind Kooperationen zwischen öffentlichen und privaten Trägern zur Stärkung klar definierter Stadtviertel. In diesem Fall handelt es sich um den Ortskern Burbachs, der sich zwischen dem oberen Burbacher Markt und der Burbacher Straße, sowie über einen Großteil der Hochstraße und einen Teil der Bergstraße erstreckt. "Eigentlich hätten wir am liebsten ganz Burbach aufgenommen", erklärte Graber. Doch hätten das Stadtplanungsamt und andere sachkundige Helfer gleich darauf hingewiesen, dass die Bid-Gründung nur Sinn mache, wenn innerhalb des Quartiers ein starker Schulterschluss herrsche. Graber: "Deswegen haben wir uns auf das genannte Quartier konzentriert." Dieses Quartier wollen die Bid-Macher in den kommenden fünf Jahren mit einem großen Maßnahmenkatalog wettbewerbsfähig und attraktiv machen. So soll Burbach zum Beispiel als Einzelhandelsstandort besser an die umliegenden Stadtteile angeschlossen werden. "Etwa mit einem Fuß- und

Radweg auf der Burbacher Saarseite", meint Graber. Leere Geschäfte, so Momber, werde es in Burbach auch weiterhin geben. Allerdings sollen sie bald nicht mehr so ins Auge fallen. Zum einen will das Bid eine Verpachtungsoffensive starten, zum anderen sollen dennoch leer bleibende Schaufenster wenigstens als Werbe-Flächen oder Ausstellungsfleckchen für Künstler dienen. Eine weitere Idee: ähnlich der "Saarbrücker Kohle" soll es einen Burbacher Geschenkgutschein geben. Momber: "Warum sollen wir das Geld in die City tragen, wenn wir es auch hier im Stadtteil halten können." Auch ein Bringdienst für Ältere und Behinderte soll helfen, verstärkt bei den Geschäften vor Ort einzukaufen. Zur Belebung des Marktes will das Bid Themenmärkte, wie einen Mondscheinmarkt oder einen Türkischen Basar organisieren. Graber: "Anders als in anderen deutschen Bids soll das Burbacher Bid keines sein, in dem Millionen verbrannt werden." Vielmehr wolle das Bid Burbach wenig Geld sinnvoll einsetzen. Insgesamt stünden dem Bid in den kommenden Jahren gut eine halbe Million Euro zur Verfügung, welche die anliegenden Hausbesitzer abhängig vom Gebäudewert in das Bid einzahlen müssen, sofern sie sich nicht vom Beitrag befreien lassen.

Vorab gab es viel Lob für das Bid. Bezirksbürgermeister Theres: "Ihr sorgt dafür, dass positiv über Burbach berichtet wird." Leander Wappler von der Industrie- und Handelskammer (IHK), der bundesweit Bids betreut: "In Hamburg und Berlin spricht man positiv über Burbach, weil dieser Stadtteil Vorreiter im Saarland ist."