Halle 11 ist für den Warndt

Großrosseln/Saarbrücken. Es ist ein kleines Jubiläum, das der Veranstalter der Messe Reisemarkt in Saarbrücken, die Saarmesse, feiert. Bereits zum 30. Mal öffnet der Anziehungspunkt für alle Reiselustigen zwischen dem 28. und 30. Januar seine Tore

Großrosseln/Saarbrücken. Es ist ein kleines Jubiläum, das der Veranstalter der Messe Reisemarkt in Saarbrücken, die Saarmesse, feiert. Bereits zum 30. Mal öffnet der Anziehungspunkt für alle Reiselustigen zwischen dem 28. und 30. Januar seine Tore. In 13 Hallen finden die Besucher eine Fülle an Informationen, regionaltypischen Produkten und Tipps, die ihnen bei der Wahl ihres zukünftigen Urlaubsziels helfen sollen. 39 000 Gäste aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich besichtigten 2010 die Ausstellungsstände, mit ebenso vielen rechnet der Veranstalter auch 2011 wieder.

Auch Vereine und Gewerbetreibende aus dem Warndt wollen während der drei Tage ihre Region vorstellen. Wer einen Blick in Halle 11 wirft, trifft dort auf 25 bis 30 Stände, die von der Qualität der touristischen Seite der Region zeugen, aber auch "den Warndt als Randlage aufbrechen" sollen, sagt Johannes Barton während seines Besuchs in der Völklinger SZ-Redaktion, der Geschäftsführer des Vereins Gemeindemarketing Großrosseln (GMG); der Verein ist Organisator der Warndt-Halle. Die Verknüpfung des Warndts mit anderen benachbarten, durch das europäische Leaderprogramm geförderten Regionen soll veranschaulicht werden. So finden Besucher beispielsweise auch an einer Saftbar in Halle 11 Getränke aus dem Bliesgau. Die Teilnahme an der Reisemarktmesse sei eine Chance, dem Warndt, der ja keine politische Einheit ist, eine grenzüberschreitende Identität zu verleihen, sagt Barton. Und so haben sich auch mehrere Aussteller aus Frankreich angekündigt, um die Halle 11 mit ihren Angeboten zu bereichern. "Der Kontakt zu den Franzosen ist sehr gut, man kennt sich sehr gut", sagt Barton. Dies entwickelte sich über die regelmäßigen Treffen der Vereine während der Vorbereitungszeiten zu den Messen, auch zum grenzüberschreitenden Warndt-Weekend. Diesmal haben sich unter anderem die Kinder der Kohle angekündigt, die in der Halle Szenen aus ihrer Aufführung zur regionalen Bergwerksgeschichte zeigen und mit einer Trommelgruppe für Atmosphäre sorgen wollen. Ein historischer Verein aus Spichern reist an, und auch alte französische Kutschen stehen zur Besichtigung parat.

Die meisten Aussteller kommen aber von der deutschen Seite. Besucher können beispielsweise regionalen Honig, Ziegenkäse und Ziegenmilch kosten und von der selbst gemachten Marmelade aus dem Karlsbrunner Schlosscafé probieren. Auch das Ludweiler Glasmuseum und das Völklinger Weltkulturerbe wollen sich auf der Messe präsentieren, ebenso wie viele Kunsthandwerker mit ihrer "Saarbank", der "Warndtmadonna" und der "Warndtuhr", einer Armbanduhr mit Warndtmotiven. Wer sich für die Draisinen-Fahrten durch den Warndt interessiert, findet hier die Gelegenheit, probeweise in die Pedale zu treten.

Um das Bild abzurunden, treten auf einer Bühne in der Halle Künstler aus der Region auf. Ricardo Angel-Peters und Herry Schmitt etwa spielen am Samstag Musik des deutsch-französischen Komponisten Théodore Gouvy (1819 bis 1898). Volkstümliches gibt es von Andreas von Teberis und dem Verein Maltiz am Sonntag zu hören, wie auch Stücke der Gruppe Die Spitzbuben und des Jugendorchesters Großrosseln.

Damit dies alles funktioniert, werden rund 200 Personen in der Warndthalle sich gegenseitig unter die Arme greifen, so Barton. Fast alle ehrenamtlich. Und dennoch ist die Finanzierung noch nicht klar. "Was auf einer Messe gemacht wird, ist immer teuer", deutet der GMG-Geschäftsführer an - eine fünfstellige Summe steht im Raum. Deren größter Teil soll durch das Leader-Förderprogramm der Europäischen Union finanziert werden. Dafür verlange das Landes-Wirtschaftsministerium, das für das Europa-Geld in den drei saarländischen Leader-Regionen zuständig ist, allerdings erstmal eine Bürgschaft. Wie man die stemmen kann, ist den teilnehmenden Vereinen noch nicht klar. Im schlimmsten Fall müsse man private Bürgschaften aufnehmen oder gar die Warndthalle absagen, sagt Barton. Aber er hofft, dass doch alles glatt läuft: "Wir sind sehr optimistisch, dass wir das klären können."

Auf einen Blick

Die Messe Reisemarkt findet vom 28. bis 30. Januar auf dem Messegelände in Saabrücken statt. Von täglich 10 bis 18 Uhr sind die Tore offen, freitags erst ab 11 Uhr. Der Eintritt kostet 6,50 Pro Person und Tag, für in der unter zwölf Jahren ist der Eintritt frei. avm