„Haben uns sehr naiv angestellt“

Der FC Hertha Wiesbach hat am Sonntag das Derby beim 1. FC Saarbrücken II mit 1:2 verloren. Dabei kassierte der Oberligist den Ausgleich zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt.

"Das war eine der schwächsten Partien, die wir in dieser Saison abgeliefert haben." Helmut Berg, Trainer des Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach, wusste genau, dass seine Mannschaft eigentlich mehr kann als das, was sie am Sonntag im Saarbrücker FC-Sportfeld auf den Kunstrasen gebracht hatte. Mit 1:2 unterlag der FC Hertha knapp, aber nicht unverdient, beim Tabellenletzten 1. FC Saarbrücken II.

Dabei hatte Wiesbach vor 250 Zuschauern eigentlich den besseren Start in die Partie erwischt. Nach 15 Minuten scheiterte Hertha-Stürmer Björn Recktenwald mit einem Freistoß am starken FCS-Schlussmann Michel Gadomsky, zwei Minuten später flog ein Schuss von Engin Yalcin einen Meter über den Kasten der Gastgeber.

Der FCS, bei dem vier Spieler begannen, die in dieser Saison bereits zum Profi-Kader gehörten, war um Spielkontrolle bemüht, machte in der Vorwärtsbewegung aber Fehler. Nach 20 Minuten erkämpfte Wiesbach den Ball im Mittelfeld. Über Matthias Krauß und Engin Yalcin landete der Ball schließlich bei Björn Recktenwald, der Gadomsky gekonnt ins Leere laufen ließ und mit seinem 20. Saisontor das 1:0 erzielte.

In der Folge entwickelte sich eine offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Für Saarbrücken traf Artur Schneider per Freistoß nur die Latte (23. Minute), auf der anderen Seite scheiterte Krauß nach Zuspiel von Angelo dal Col freistehend am FCS-Torwart (33.). "Da hätten wir nachlegen können,", haderte Helmut Berg, "stattdessen haben wir uns sehr naiv angestellt." Denn als Wiesbach mit den Gedanken offenbar schon in der Kabine war, schlug die Heimelf zu. In der Nachspielzeit setzte sich Artur Schneider auf dem rechten Flügel durch, passte flach in die Mitte zu Frederic Ehrmann, der aus 16 Metern zum Ausgleich traf. Bitter für Wiesbach: Ehrmanns Schuss hätte Torwart René Paul womöglich noch entschärfen können. Doch ein Saarbrücker fälschte den Ball noch unfreiwillig ab.

Wenig Gefahr nach der Pause

Der Wiesbacher Anhang, der gehofft hatte, dass der FC Hertha nach der Pause eine Schippe drauflegen würde, wurde enttäuscht. Wiesbach gelang nicht mehr viel - gefährliche Offensivaktionen gingen fast nur noch von der Heimelf aus. Die Folge: Nach 65 Minuten erzielte Roman Hanschitz per Kopf die Führung für den FCS.

Wiesbach kam in der Schlussphase zwar noch einmal gefährlich auf. Doch Valentin Solovej (86.) vergab die letzte Chance für die Hertha, die schon am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr im Heimspiel gegen den TuS Mechtersheim Gelegenheit erhält, es besser zu machen.