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Guter Rat – nicht nur für Mütter

 Das Klinikum Saarbrücken zeigte beim Frauengesundheitstag, wie Mütter ihre Babys kindgerecht in einem Tuch tragen können. Dorothee Lang (links) und Ina Klostermann (rechts) informierten darüber Denise Brill. Foto: Iris Maurer
Das Klinikum Saarbrücken zeigte beim Frauengesundheitstag, wie Mütter ihre Babys kindgerecht in einem Tuch tragen können. Dorothee Lang (links) und Ina Klostermann (rechts) informierten darüber Denise Brill. Foto: Iris Maurer FOTO: Iris Maurer
Regionalverband. Harte Themen und bisweilen unliebsame Erkenntnisse statt eines puren Wohlfühlprogramms hatte der neunte Frauengesundheitstag zu bieten. Untersuchungen zeigten vielen, dass sie doch nicht so fit sind. Nicole Burkhardt

Der neunte Frauengesundheitstag im Saarbrücker Schloss hat am Samstag Frauen aller Altersklassen aus allen Lebenssituationen angesprochen. Als 23-Jährige und gesunde Frau hat mich das Programm auf den ersten Blick weniger interessiert. Dieses Jahr gab es dort unter anderem Vorträge über Krebsvorsorge, Workshops für die Fitness und Check-ups rund um den Körper. Ein großes Thema war außerdem die Erkennung eines Schlaganfalls bei Frauen. Zahlreiche Anbieter stellten ihre Arbeit vor. Und obwohl das Wetter nicht gerade gut war, kam das Angebot gut an. Nicht zuletzt deshalb, weil es ja gerade das Ziel war, "auch Unliebsames anzusprechen", wie die Frauenbeauftragte des Regionalverbandes, Birgit Amrath-Schäfer, erklärte. Und so ging es denn nach der entspannten Eröffnung zur Musik der Band Savoy Truffle um Themen wie den Nutzen des Mammografiescreenings, Gewalt gegen Frauen oder Schlaganfälle.

Ultraschalluntersuchungen der Brust und der Blase zur Krebsfrüherkennung konnten die Betroffenen an Ort und Stelle machen lassen. Die Nachfrage war riesig, alle Termine waren rasch ausgebucht. "Beim Arzt muss man für so etwas zahlen. Die Krankenkasse zahlt Vorsorgeuntersuchungen erst ab einem bestimmten Alter", erklärte mir eine Frau.

Sie habe ihre Blase untersuchen lassen, und es sei alles in Ordnung. Nun machte auch ich den Praxis-Test. Ein Stand erregte meine Aufmerksamkeit. Zwei kichernde Frauen standen beobachtend daneben.

"Hier kann man sich sein biologisches Alter errechnen lassen", erklärte mir die eine. Sie seien beide mindestens 30 Jahre älter geschätzt worden. "Das ist ganz in Ordnung", meinte die junge Standbetreiberin zu einer 40-Jährigen mit einem biologischen Alter von 60. Das forderte meinen Ehrgeiz heraus. Ich stellte mich also zwei Minuten auf dieses Ding und musste mit den Füßen auf einer beweglichen Platte einen Kreis an bestimmte Stellen steuern. Ein Geschicklichkeitsspiel, das einige Konzentration beanspruchte. Dann hatte ich es schriftlich: Mein biologisches Alter beträgt 41 Jahre. Großzügigerweise habe ich gleich einen Gutschein dieses Fitnessstand-Betreibers bekommen.

Das Angebot der anderen Stände reichte von fair gehandelten Klamotten über Schmuckstände und Bücher bis hin zu den Aktivitäten der Fairtrade-Initiative Saarbrücken.

Und danach gab es noch, falls gewünscht, eine richtige Farb-Stilberatung. Auch die Informationsstellen für Gewaltopfer oder Drogenabhängige boten im Schloss reichlich interessantes Material.

Fazit: eine lohnende und gelungene Veranstaltung. Auch wenn man, wie Schirmherrin Bettina Koch zugab, "gesunde Männer eher auf dem Männergesundheitstag kennenlernt".