Gute Zuhörer am Krankenbett

Saarbrücken. Die beiden Frauen haben ihren Dienst beendet. Doris Herber und Frauke Kohler haben Mut gemacht und getröstet und vor allem gut zugehört. Jetzt hängen ihre grünen Kittel wieder im Schrank. Die beiden stärken sich in der Cafeteria mit Salat und Würstchen, bevor es zurück in den Alltag jenseits der Klinikmauern geht

Saarbrücken. Die beiden Frauen haben ihren Dienst beendet. Doris Herber und Frauke Kohler haben Mut gemacht und getröstet und vor allem gut zugehört. Jetzt hängen ihre grünen Kittel wieder im Schrank. Die beiden stärken sich in der Cafeteria mit Salat und Würstchen, bevor es zurück in den Alltag jenseits der Klinikmauern geht.Sie gehören zum neunköpfigen ehrenamtlichen Besuchsdienst des Evangelischen Krankenhauses (EVK). Dahinter steht die Evangelische und Ökumenische Krankenhaus- und Altenheim-Hilfe (ÖKH), ein Verein mit Sitz in Bonn.

Gut 200 Menschen sind für die ÖKH im Saarland als Ehrenamtliche in Altenheimen und Krankenhäusern verschiedener Träger aktiv. "Diese Ehrenamtlichen setzen sich fast 34 000 Stunden pro Jahr für Alte und Kranke ein", sagt Pfarrerin Juliane Fricke-Kiwitt vom EVK. Sie ist stolz auf den Besuchsdienst des Hauses, den Pfarrer Heinz Schauer vor 30 Jahren gründete.

Der Geburtstag wird denn auch morgen Abend im Haus an der Großherzog-Friedrich-Straße gefeiert - mit einem Festessen und vielen Glückwünschen. Von Anfang an ist die dienstälteste Grüne Dame, Hilde Lehmann, dabei. Einen Mann gibt es auch im Team: Manfred Schneider.

Bei ihm und den Frauen ist alles gut aufgehoben, was sich die Patienten von der Seele reden möchten. Die Ehrenamtlichen haben Schweigepflicht. "Schweigen nach außen, Austausch nach innen", bringt Manfred Schneider die Regel auf den Punkt.

Er und die Damen müssen einiges lernen. Regelmäßige Treffen sind ebenso selbstverständlich wie eine Start-Phase, in der die Neuen, begleitet von erfahrenen Ehrenamtlichen, ihre künftige Aufgabe kennenlernen.

Die Herausforderungen, die das anspruchsvolle Ehrenamt mit sich bringt, fasst Juliane Fricke-Kiwitt so zusammen: "Die Ehrenamtlichen am Krankenbett brauchen Gespür für die Anliegen der Patienten und vor allem die Fähigkeit, konzentriert zuzuhören."

Nur dann erreiche die Arbeit des Besuchsdienstes ihr wichtigstes Ziel: "Die Kranken sollen das Gefühl haben, ernst genommen zu werden - als Menschen mit Leib und Seele und eigenen Bedürfnissen."

Frauke Kohler ist seit zehn Jahren begeistert dabei. Sie kennt die oft ganz einfachen Patienten-Wünsche, die es zu erfüllen gilt. Wünsche wie diesen: "Nehmen Sie sich doch bitte einen Stuhl, setzen Sie sich ans Bett. Und halten Sie meine Hand." Die grünen Helfer tun das gern. red