Gut vorbereitet auf den 8. 8.

Saarbrücken. Selten wiegt das Wort "Ja" so schwer wie bei einer Hochzeit. "Die Paare sind immer sehr aufgeregt", sagt Ilka Borr. Die 43-Jährige weiß, wovon sie spricht. Seit neun Jahren arbeitet sie als Standesbeamtin bei der Landeshauptstadt Saarbrücken. Ihr Büro hat sie im Rathaus St

Saarbrücken. Selten wiegt das Wort "Ja" so schwer wie bei einer Hochzeit. "Die Paare sind immer sehr aufgeregt", sagt Ilka Borr. Die 43-Jährige weiß, wovon sie spricht. Seit neun Jahren arbeitet sie als Standesbeamtin bei der Landeshauptstadt Saarbrücken. Ihr Büro hat sie im Rathaus St. Johann, in dessen historischem Festsaal sie Jahr für Jahr rund 150 Ehen und eingetragene Lebensgemeinschaften schließt. "Außerdem nehme ich Geburts- und Sterbebeurkundungen vor und führe Familienbücher, in die etwa Namensänderungen und Adoptionen eingetragen werden", erklärt Ilka Borr.

Als stellvertretende Leiterin des Standesamtes hat sie darüber hinaus auch andere Aufgaben. Dazu gehören etwa der Finanzhaushalt des Standesamtes und die Betreuung der Praktikanten. Insgesamt neun Standesbeamte nehmen Heiratswilligen im Saarbrücker Rathaus das Ja-Wort ab. "Wir sind alle völlig unterschiedlich", sagt Ilka Borr über sich und ihre Kollegen. Entsprechend individuell gestalte der Einzelne die Eheschließungen. Während der eine ganz nüchtern und sachlich den Ehevertrag vorlese und um das Ja-Wort bitte, legen andere Wert auf einleitende Worte und kleine Geschichten. Sich selbst zählt Ilka Borr zum zweiten Typ. "Bei mir soll das Paar vor der Eheschließung mindestens einmal gelacht haben", verrät Borr ihre Faustregel. Denn so lasse die Nervosität etwas nach, und das Paar sei entspannter. Was für das Paar ein außergewöhnliches Ereignis ist, ist für Ilka Borr Arbeitsalltag und damit Routine. Allerdings gibt es immer wieder Momente, in denen die Standesbeamtin besonders gefordert ist oder persönlich Anteil nimmt. "Das ist natürlich dann der Fall, wenn man das Paar kennt, Bekannte oder Freunde traut oder an einem Tag wie dem 8.8. sehr viele Menschen heiraten." Für den großen Ansturm morgen seien die Saarbrücker Standesbeamten gewappnet. "Sechs Standesbeamte haben Dienst, zwei weitere stehen als Reserve zur Verfügung, falls jemand krank werden sollte", erzählt Borr. Sie selbst wird am Freitag drei bis vier Ehen schließen, darunter "zum krönenden Abschluss eine Doppelhochzeit von zwei befreundeten Paaren". Die Anforderungen an die standesamtliche Eheschließung würden immer größer, weiß Ilka Borr. "Da sich viele nicht mehr kirchlich trauen lassen, erwarten sie von uns ein Event mit entsprechend schönen Räumlichkeiten." Weil der Rathausfestsaal so schön sei, gebe es einen "Heirats-Tourismus" aus dem übrigen Saarland, aber auch über die Landesgrenzen hinaus. Wer an einem ganz bestimmten Wunschtermin heiraten möchte, sollte sich ein halbes Jahr vorher beim Standesamt melden, rät Borr. Ansonsten sei es zum Teil auch möglich, sehr kurzfristig einen Termin zu bekommen. Rein rechtlich gesehen handle es sich bei der standesamtlichen Eheschließung um einen "formalen Akt", der im Personenstandsgesetz geregelt sei. Dort ist bislang nur von männlichen Standesbeamten die Rede.

"Ab dem 1. Januar 2009 wird auch die Standesbeamtin im Text genannt", sagt Ilka Borr.

Ilka Borr selbst hat vor 15 Jahren in Kalifornien geheiratet.