Grundschüler lernten spielend Französisch

Eine französische Lehrerin gastiert für die Robert-Bosch-Stiftung und die französische Botschaft in Berlin an deutschen Schulen, um den Kindern spielerisch die Sprache, Kultur und Natur Frankreichs näher zu bringen. Jetzt war sie in Scheidt.

Los, tanzen! "On danse, on danse!", ermuntert Mathilde Caillol, und schon hüpfen 16 Drittklässler in der Grundschule Scheidt ausgelassen durch den Raum.

Jedes Mal, wenn die Musik stoppt, dann sollen sich die Mädchen und Jungen begrüßen. Drei verschiedene Arten kennt man in Frankreich, haben sie gerade von Mathilde, einer waschechten Französin, erfahren. Aufs Stichwort "Bonjour" reichen sie sich etwas steif die Hände. Bei "Coucou" wird lächelnd gewunken, und bei "Salut" will das Kichern und Schmatzen gar kein Ende nehmen. Die Wangenküsse machen den Acht- und Neunjährigen einen Heidenspaß.

Französischlernen mal etwas anders, nämlich spielerisch - das ist das Prinzip von FranceMobil. Dieses Programm, von der Robert-Bosch-Stiftung und der französischen Botschaft Berlin gegründet, schickt seit 2002 "muttersprachliche Lektoren" in einem PKW durch deutsche Lande, um Schulklassen die Sprache, Kultur und Schönheiten Frankreichs nahe zu bringen.

Dabei gehe es ihr weniger darum, den Schülern neue Wörter beizubringen, sondern darum, sie erleben zu lassen, was sie schon alles können, sagt Mathilde Caillol.

40 Schulen hat sie in diesem Schuljahr bisher im Bezirk Rheinland-Pfalz/Saar, für den sie zuständig ist, angesteuert. "Rund ein Drittel davon waren im Saarland", erklärt die 25-Jährige. Von der Grundschule bis zur Berufsschule hat sie für alle Altersstufen und Schulformen passende Angebote im Köcher.

Am Donnerstag machte sie auf Wunsch von Französisch-Lehrerin Agnès Micolo nun auch in der Grundschule Scheidt Station. Und das, obwohl Micolo doch selbst Französin ist. "Aber es ist gut, wenn die Kinder mal jemand anderen mit einem anderen regionalen Akzent sprechen hören", findet die Lehrerin. Während sie aus Tours stammt, kommt Caillol aus Lyon und beweist auch Humor. Denn sie hat nicht nur eine Landkarte und hübsche Lyon-Fotos mitgebracht, sondern auch eine tierische Handpuppe - ausgerechnet in Gestalt eines Froschs. Sein Name ist François. Dass er genau so heißt wie der französische Präsident, verrät sie aber nicht. Und der Frosch wird auch nicht geküsst.