Grüne fordern sofortige Untersuchung des Grubenwassers

Saarbrücken · Die Grünen-Fraktion fordert Umweltminister Reinhold Jost (SPD) auf, sofort Untersuchungen des Grubenwassers einzuleiten. Im Zusammenhang mit der PCB-Belastung saarländischer Gewässer beschuldigen sie Jost der Lüge.

Als Reaktion auf die vorgestern von Umweltminister Reinhold Jost (SPD ) vorgestellten Mess-Ergebnisse zur Belastung saarländischer Gewässer mit dem krebsauslösendem PCB (wir berichteten), hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Hubert Ulrich , Jost gestern aufgefordert, sämtliche vorliegenden Messwerte zur PCB-Belastung zu veröffentlichen. Zudem müsse das Landesamt für Umweltschutz angesichts der jetzt schon bekannt gewordenen hohen Gift-Belastungder Gewässer an sämtlichen Grubenwasser-Einleitstellen Proben direkt im Ableitungsrohr entnehmen. Bisher untersuche das Landesamt lediglich das Flusswasser. Auch sei das von der RAG aktuell angewandte Grubenwasser-Untersuchungsverfahren aufgrund der geringen Wassermenge von wenigen Litern, die jeweils entnommen werde, ungeeignet. "Um die tatsächliche Konzentration des schlecht wasserlöslichen PCB nachzuweisen, sind wesentlich größere Schwebstoffproben von mehreren Kubikmetern Wasser nötig", erklärte Ulrich. Zudem müsse der Fluss-Schlamm untersucht werden; ebenso das Sickerwasser der Bergehalden.

Der CDU/SPD-Landesregierung warf der Grünen-Chef vor, Beruhigungspillen verteilt und die vom Grubenwasser ausgehenden Umweltgefahren heruntergespielt zu haben: "Unserer Fraktion wurde auf Nachfrage hin noch im März im Gruben-Sicherheitsausschuss mitgeteilt, dass sämtliche Grenzwerte eingehalten werden. Wie sich jetzt gezeigt hat, war dies nicht die ganze Wahrheit. Wir müssen davon ausgehen, dass hier absichtlich versucht wurde, den Ausschuss hinters Licht zu führen."

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort