Grenzenlos – Vom Fliegen lernen

Nach dem GrAFiTi-Festival im Sommer in Saarbrücken ging es für die Studenten aus vier Ländern weiter nach Cambridge, wo sie in nur drei Tagen ein Theaterstück auf die Beine stellten. Im März geht's zum Kulturfrühling nach Luxemburg.

Atl aus Saarbrücken nimmt den Universaladapter und sucht den Anschluss bei Antonin aus Metz. Im Ohr? Nein passt nicht. Der Mund vielleicht? Das ist eine Szene aus dem Theaterstück, das beim Projekt "borderless" in Cambridge entstanden ist. Die 22 Teilnehmer des Theaterprojekts sind aus vier unterschiedlichen Ländern angereist und haben in drei Tagen ein Stück zum Thema "Flüchtlinge" und "grenzenlos" erarbeitet.

Insgesamt sieben europäische Partner haben sich in dem Projekt vereint, um mit kreativen Mitteln ihre Gedanken zu Problemen und Fragestellungen der Welt auszudrücken: die vier studentischen Theatergruppen Edudrame (Luxemburg), Ars in Fieri (Cambridge), Téâtre Universitaire de Metz und Los Mutantes (Saarbrücken), der gemeinnützige Verein "GrAFiTi" für studentische Theaterarbeit , "Grrrrr" das Jugendkulturportal der Großregion und die Mochila Productions.

"Nach dem GrAFiTi-Festival im Sommer in Saarbrücken wollten wir ein Projekt machen, in dem wir uns untereinander besser kennen lernen können, um uns gegenseitig zu inspirieren und auszutauschen", erklärt der Initiator des Projekts, Martin Haberstroh. Bereits 2011 rief er dafür das Theaterfestival "GrAFiTi" ins Leben, das dieses Jahr das studentische Start-up-Unternehmen Mochila Productions im Sinne einer nachhaltigen Festivalkultur organisierte.

Das war der "erste Meilenstein" einer Projektreihe. Denn seit Juni 2015 werden die sieben Akteure über 15 Monate hinweg durch das EU-Förderprogram "Erasmus+" unterstützt. Es folgen Anfang März das Projekt "Kulturfrühling" an der Universität Luxemburg und Ende Mai das kommende GrAFiTi-Festival erstmals in Metz. Für den aus dem Festival hervorgegangenen gemeinnützigen Verein "GrAFiTi" ist die Finanzierung ein wichtiger Fortschritt und bietet nun größere Handlungsfreiheit.
Der Verein braucht Geld



Haberstroh betont, dass es dem Verein um die Förderung nicht kommerzieller studentischer Kultur gehe: dem Wunsch nach kulturellem Ausdruck grenzüberschreitend ein Forum zu bieten. Jedoch sei es ohne finanzielle Mittel schwierig, gemeinsam Kunst zu machen. In vielen Bereichen stoße man schnell an Grenzen. Logistische Probleme, wie Proberäume, Anfahrtskosten und Unterkunft seien nur der Anfang.

"Erasmus+" macht die Organisation der Projekte in diesem Jahr um einiges einfacher. Dennoch, die Partner sind auf das Engagement der Teilnehmer angewiesen. In Cambridge übernahm Déà Rak, ehemalige Erasmus-Studentin in Saarbrücken und nun in Cambridge wohnhaft, die Koordination. So konnten sich die angereisten Gruppen ganz auf die Theaterarbeit einlassen. Für die folgenden Veranstaltungen haben sich schon andere gemeldet, die freiwillig den enormen Zeitaufwand auf sich nehmen wollen.

Auch wenn sich der Großteil der jungen Leute vor "borderless" nicht kannte, ist der "Haufen" aus selbstbewussten und eigenwilligen jungen Menschen an diesen drei Tagen bereits zusammengewachsen. Da ist es nicht verwunderlich, wenn das Ergebnis am letzten Abend auf einer lokalen Bühne im Rahmen einer Werkschau gefiel und alle Beteiligten den nächsten Projekten freudig und motiviert entgegenblicken.

Weitere Infos zum Theaterprojekt sowie Links zu den einzelnen Partnern finden sich auf der Facebookseite von "GrAFiTi". Interessierte Partner, potenzielle Unterstützer und studentische Kulturschaffende können sich zudem über die E-Mail-Adresse info@grafiti-theaterfestival.de melden.

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