Grauvogel läuft auf Platz fünf

Louisa Grauvogel blickt auf eine erfolgreiche U20-WM zurück. Die Nachwuchs-Leichtathletin aus Ottweiler wurde im Siebenkampf Fünftbeste der Welt. Dabei gefiel ihr in den USA besonders eine Sache im deutschen Team sehr gut.

Die drei saarländischen Teilnehmerinnen bei der U20-Weltmeisterschaft der Leichtathleten sind wieder zuhause. Zu Ehren von Bronzemedaillen-Gewinnerin Laura Müller, der Merzigerin Sophie Gimmler und der Ottweilerin Louisa Grauvogel gab es vor Kurzem einen Empfang an der Herrmann-Neuberger-Sportschule . Dabei waren den drei Athletinnen die Zeitverschiebung und Reisestrapazen nach der WM, die in Eugene (Oregon, USA) stattfanden, noch deutlich anzumerken.

Grauvogel, die für die LG Saar 70 startet, war zufrieden. Die 17-Jährige stellte in drei Disziplinen Bestleistungen auf und hatte im Siebenkampf ihre beiden Vorgaben erreicht. "Das Ziel, eine neue persönliche Bestleistung aufzustellen und unter die ersten Zehn zu kommen, habe ich geschafft. Wenn auch nicht alle Disziplinen so gelaufen sind, wie ich mir das vorgestellt habe", resümierte die Schülerin des Saarbrücker Gymnasiums am Rotenbühl.

Mit Platz fünf und 5621 Punkten musste sich die Athletin des TV Ottweiler nur der Britin Morgan Lake (GBR), Yorgelis Rodriguez aus Kuba, Nadine Visser (Niederlande) und ihrer Teamkollegin Celina Leffler geschlagen geben. "Außer im Wettkampf gibt es da kein Konkurrenzdenken. Wir sind richtig gut befreundet und haben außerhalb des Stadions alles gemeinsam gemacht", beschreibt sie ihr Verhältnis zur nationalen Kollegin. Das zeugt von der generell guten Atmosphäre im deutschen Team. Grauvogel: "Jeder hat jeden angefeuert. Ich war nach meinem Wettkampf immer im Stadion und habe mir alles angeschaut."

Dank an die Eliteschule

Nächstes Ziel ist jetzt die EM im nächsten Jahr. Dabei soll möglichst die 5800-Punkte-Marke fallen. Das würde die Qualifikation für den B-Kader bedeuten. Viele ihrer Erfolge hat Grauvogel ihrer Schule zu verdanken. Die "Eliteschule des Sports" schaffe optimale Bedingungen, sagt sie: "Durch die Möglichkeit die Schule ein Jahr zu strecken, wird vieles entzerrt und man kann sich mehr auf das Training fokussieren. Somit ist die Schule zwar weiter wichtig, aber kein Konflikt zum Leistungssport."

Hammerwerferin Sophie Gimmler wurde in Eugene mit einer Weite von 55,50 Metern Zwölfte. Und Laura Müller (LSG Saarbrücken-Sulzbachtal) führte die deutsche 4x400-Meter-Staffel als Startläuferin sogar zur Bronzemedaille hinter den USA und Großbritannien. Im Einzel-Wettbewerb war die 18-Jährige Vierte geworden.

Bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Bochum-Wattenscheid holte sich Louisa Grauvogel (LG Saar 70) die U20-Goldmedaille über 100 Meter Hürden. Die Leichtathletin vom TV Ottweiler siegte in neuer Bestzeit von 13,89 Sekunden vor ihrer Siebenkampf-Nationalmannschaftskollegin Celina Leffler (SCC Koblenz-Karthause, 14,05). "Ich bin mit dem Ziel angereist, persönliche Bestzeit zu laufen, und das hat geklappt", sagte Grauvogel strahlend und meinte: "Dann noch der Titel, das war der perfekte Abschluss einer tollen Saison." Beim Weitsprung wollte sie noch die Sechs-Meter-Marke angreifen, wurde aber mit 5,73 Metern Siebte. "Leider war da nur der erste Versuch gültig. Dann bin ich immer schneller geworden und die Sprünge waren ungültig", berichtete sie, war aber dennoch zufrieden.

Im Kugelstoßen belegte Anna Schlegel (U18, TuS Neunkirchen ) mit 13,60 Metern Platz zehn. "Dafür, dass ich nur als Zwölftbeste angereist bin, war ich zufrieden. Es wäre aber noch mehr drin gewesen. Schade, dass es nicht noch mal für die 14 Meter gereicht hat. Mit 14,18 Metern wäre ich sogar im Endkampf gewesen", bilanzierte Schlegel.