Graffiti-Künstler und Kommunikationsdesigner

Mit seinen Leinwänden weckt er Emotionen und sprengt Sehgewohnheiten. Zwei vielversprechende Werke von RAKS waren bereits im vorigen Jahr bei der Urban Art Biennale in der Völklinger Hütte zu sehen.

Daniel Hahn ist einerseits Graffiti-Künstler, andererseits schließt er gerade sein Studium des Kommunikationsdesigns an der Hochschule der bildenden Künste Saar ab. Heute Abend, wenn in der Galerie Neuheisel in Saarbrücken seine Ausstellung eröffnet wird, ist dort beides Thema.

Auf der einen Seite sind die Wände der Galerie mit den großformatigen, freien Arbeiten des Graffiti-Künstlers geschmückt, aber gleichzeitig ist auch seine Diplomarbeit Gegenstand der Ausstellung. Für Daniel Hahn, alias RAKS, ist dies kein Widerspruch, denn er arbeitet seit vielen Jahren in beiden Richtungen.

"Ich habe schon früh an meiner Unterschrift gefeilt, das war meine erste Auseinandersetzung mit Graffiti", erklärt der junge Künstler. Aus diesen Spielereien und Kombinationen mit Buchstaben ergab sich das Wort RAKS. "Diese Buchstabenfolge ist eigentlich ohne Sinn. Aber sie ist für mich eine ästhetische und variationsreiche Möglichkeit, Graffiti darzustellen", sagt er.

Während der junge Saarbrücker in seinen freien Arbeiten fortan Graffitis schuf, begann er im Jahr 2008 gleichzeitig sein Studium des Kommunikationsdesigns. Und der Name RAKS wurde für den Graffiti-Künstler zu seinem Pseudonym. Tatsächlich ist auf seinen Leinwänden und Siebdrucken nichts anderes zu sehen, als immer wieder die Kombination und Variation dieser vier Buchstaben.

Dass das aber trotzdem spannend und immer wieder neuartig ist, liegt daran, dass der Student und Künstler ganz unterschiedliche Elemente in seine Graffitis einbaut. Die Hintergründe seiner Gemälde sind freie Malerei, denn er legt Farbschicht auf Farbschicht. Der Aufbau der vier Buchstaben "RAKS" weist architektonische Elemente auf, denn Daniel Hahn türmt sie immer wieder anders auf- und übereinander.

Gleichzeitig finden sich in seinen Gemälden aber auch grafische Merkmale, denn die Buchstaben werden in einzelne Kürzel zerlegt und mit Streifen, Linien und Punkten ergänzt. Auch farblich reduziert sich der Graffiti-Künstler auf die Farben Schwarz, Rot, Grau und wenig Gelb. Trotzdem sprengt RAKS mit diesen Leinwänden Sehgewohnheiten.

Denn die Emotionen, die sie wecken, sind mal wohlig, mal aufwühlend. Und sie sind erfolgversprechend. Denn zwei Leinwände von RAKS wurden im letzten Jahr in der Urban Art Biennale 2013 in der Völklinger Hütte gezeigt. Während der Graffiti-Künstler RAKS sich in der Szene also bereits einen Namen macht, will der Student Daniel Hahn mit seiner Diplomarbeit überzeugen. Dazu dient ihm die Ausstellung seiner eigenen Werke als Plattform, um die gängigen Abläufe des Kunstmarkts zu hinterfragen. Und da hat er wahrhaft einige Überraschungen parat.

"RAKS. Habitus", Ausstellung in der Galerie Neuheisel, Johannisstraße 3a, 66111 Saarbrücken, geöffnet vom 16. April bis zum 17. Mai, zu sehen Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 Uhr und von 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr sowie Samstag von 10 bis 14 Uhr. Ausstellungseröffnung ist heute, Mittwoch, 16. April, 2014 um 19 Uhr.