Gorillas im Grünen

Knapp eine Viertelmillion Menschen besuchen jedes Jahr den Saarbrücker Zoo. Viele kommen von außerhalb. Deshalb lohne es sich auch aus touristischer Sicht, im Zoo zu investieren, sagen Stadtverwaltung und Landesregierung.

Ruja und Dura halten sich zurück. Die beiden Gorillaweibchen bleiben erstmal im Schatten des Menschenaffenhauses. Pesco, der Silberrücken, das Oberhaupt des Gorilla-Grüppchens im Saarbrücker Zoo, setzt sich derweil ins Grüne. Die vielen Menschen, die direkt vor der Glasscheibe die Einweihung seines neuen Freigeheges feiern, scheinen ihn nicht zu interessieren.

Pesco, sagt Zoodirektor Richard Francke, habe das neue Gehege schon fünf Minuten, nachdem die Tür kurz nach Ostern erstmals geöffnet wurde, betreten. Kurz darauf sei Ruja gefolgt. Nur Dura habe bisher noch keinerlei Interesse an den neuen Möglichkeiten, sich zu bewegen und die Sonne zu genießen, gezeigt. Dabei gilt die Gorilla-Dame, die 1988 in der Stuttgarter Wilhelma geboren wurde und seit neun Jahren im Saarbrücker Zoo lebt, nach Angaben des Zoos als kontaktfreudig. Ganz im Gegensatz zu Ruja, die 1991 in Zürich geboren wurde und schon zehn Jahre länger in Saarbrücken lebt als Dura. Pesco, 1988 im niederländischen Appeldoorn geboren, ist seit 1999 in Saarbrücken.

Die Erweiterung des 1980 gebauten Menschenaffenhauses sei das "Kernstück des Zoo-Masterplans", den man 2010 entworfen hat, sagt Francke. Erst Mitte März hat Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die neue Anlage für Humboldt-Pinguine eingeweiht. Im Oktober 2012 bekamen die Seehunde ein neues Becken.

Die Zuschüsse aus dem Topf für die Tourismusförderung, die das Land jeweils gezahlt hat, seien "gut angelegtes Geld", sagt Anselm Römer, der im saarländischen Wirtschaftsministerium unter anderem für Tourismus zuständig ist. Fürs Gorilla-Gehege hat das Land rund 210 000 der 1,4 Millionen Euro Baukosten übernommen. Dazu gab es noch Hilfe von Sponsoren.

14 Monate wurde gebaut an dem Gehege, das 1400 Quadratmeter groß ist und von dem "Zoo-Architekten" Peter Rasbach aus Oberhausen entworfen wurde. "Die Bepflanzung aus Bambus und niedrigen Gehölzen und die unregelmäßig angeordneten Kletterstämme und -seile sollen an den natürlichen Lebensraum der Gorillas erinnern", erklärt die Stadtverwaltung. Die Anlage ist mit vier bis fünf Meter hohen Palisadenwänden aus berindetem Lärchenholz und einem Wassergraben eingefriedet. Drei große Glasscheiben und eine Besucherplattform geben Einblicke in das Gehege.

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Auf einen BlickDer Saarbrücker Zoo organisiert in diesem Sommer einige besondere Veranstaltungen:Das Zoofest am 15. Juni von 10 bis 18 Uhr.Eine Fotosafari für Erwachsene am 28. Juni von 10 bis 12 Uhr.Ein Ferienprogramm vom 28. Juli bis zum 5. September.Eine Fledermausnacht mit Taschenlampen am 20. August von 19.30 bis 21.30 Uhr.Eine Familiennacht vom 30. auf den 31. August.Einen Familientag am 7. September von 10 bis 18 Uhr.Info: Tel. (06 81) 9 05 36 00, 9 05 36 36 (für Kindergeburtstage und Führungen)zoo.saarbruecken.de