Glückliche Stunden im Grünen

Ein wenig seltsam fühlt es sich schon an, denn normalerweise gehen Besucher zur Haustür, klingeln und warten, bis geöffnet wird. Ganz anders dagegen am Sonntag, als die Gäste beim „Tag der offenen Gartentür“ aufgefordert wurden, direkt in den Garten zu kommen.

In Zusammenarbeit mit dem Verband der Gartenbauvereine hatten Freizeitgärtner im Saarland und Rheinland-Pfalz die Gelegenheit, ihre grünen Oasen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Kreis Neunkirchen öffneten sieben Teilnehmer von Eppelborn bis Spiesen-Elversberg ihre Gärten und präsentierten die Vielfalt der Gestaltungsweisen. Premiere feierten Ute und Bruno Kistner in Hüttigweiler. "Ich bin von einer Bekannten gemeldet worden, für mich ist mein Garten nichts Besonderes", erklärte Bruno Kistner. Gegen Mittag waren schon mehr als 30 Besucher durch seinen Garten gegangen, viele hatten ein dickes Lob für den Hobbygärtner. So auch Rolf Schwamm, der am Vormittag schon sechs Gärten besucht hatte. "Wir wohnen in Heusweiler und machen seit Jahren selbst bei der Veranstaltung mit, aber in diesem Jahr waren wir neugierig darauf, was andere Gärtner so treiben", erzählt er. "Zu ihnen komme ich nicht mehr, ihre Hortensien sind viel schöner blau als meine", scherzte kurz darauf Johanna Jung aus St. Ingbert. Sie durfte sich eine Blütenranke abschneiden, vielleicht hilft es ihr im heimischen Garten. Melitta Marx aus Wustweiler hatte sich ebenfalls auf den Weg zu den offenen Gärten gemacht, zog die Ruhe dem Trubel auf dem Dorffest gerne vor. "Garten, das ist einfach Natur pur. Mein Garten ist leider nicht so schön und so nutze ich heute die Gelegenheit, mir abzugucken, was ich verändern könnte", sagte sie, als sie in Dirmingen bei Familie Schmitt in der Schillerstraße zu Besuch war. Die präsentierte ihren großen naturnahen Garten mit Schwimmteich zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit dem Verband der Gartenbauvereine . "Früher haben wir unseren Garten geöffnet und Spenden für Terre des Hommes gesammelt, doch irgendwann kamen keinen neuen Besucher dazu. Jetzt besuchen uns viele Hobbygärtner, sind von unserem riesigen Garten, aber auch der Organisation begeistert und wir können für beides werben", erzählt Sigrid Schmitt. Gut geschützt gab es bei den Schmitts ebenso wie bei Familie Meiser in Uchtelfangen auch etwas fürs leibliche Wohl.

"Wir hatten heute Morgen schon Gäste aus Frankreich und der Pfalz, die kommen ganz gezielt wegen der Wassergärten ", erklärt Dietmar Meiser, der sehr gerne sein großes Wissen rund um den Gartenteich weitergibt. "Es sind vor allem die vielen interessanten Gespräche, die mich immer wieder mitmachen lassen", erklärt auch Jutta Barrois, ebenfalls aus Uchtelfangen. Über mangelndes Besucherinteresse konnten sich auch Michael Schell in Stennweiler sowie Elfie und Bernd Best in Spiesen-Elversberg nicht beklagen. Schließlich war auch der Lehrgarten des Obst- und Gartenbauvereins Eppelborn sehr gut frequentiert.