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Gewählt wurde in Schulen im Container, im Museum, im Café

Gewählt wurde in Schulen im Container, im Museum, im Café

Europa stand am Sonntag im Landkreis Saarlouis zur Wahl. Dazu Kreistag, Gemeinderäte und je nach Kommune auch Ortsräte. Von 8 bis 18 Uhr waren die Wahllokale geöffnet, in Hallen, Schulen, Museen und Konditoreien.

Der morgendliche Gottesdienst fehlt inzwischen vielerorts. Die Leute kämen meist gegen Mittag, nach dem Nachmittagskaffee oder häufig auch kurz vor Schließung der Wahllokale, war am Sonntag vielfach zu erfahren. Bei rund 20 Prozent lag die Wahlbeteiligung gegen 14 Uhr in Wahllokalen in der Wallerfanger Gemeinschaftsschule.Dort gaben auch Peter und Silvia Bard ihre Stimmen ab.

"Wir haben im Vorfeld gemeinsam darüber gesprochen, was man wählen könnte", sagte er nach Einwurf der Wahlzettel. Aber die Kreuzchen mache dann jeder nach eigenem Gutdünken. "Wir sind hierher gewandert", ergänzte sie, "um wählen zu gehen".

Wahlzettel statt Kaffee und Kuchen gab es am Sonntag im Nebenraum des Café Heinrich in Saarlouis. Dort war der Wahlbezirk 423 untergebracht. Auch hier hatte man kurz nach Mittag etwa 20 Prozent Wahlbeteiligung, sagte Wahlhelfer Andreas Ney. "Die Allermeisten wissen, was sie wählen wollen. Da wird nicht noch lange überlegt."

In einem Trakt aus zweistöckig gestapelten Containern sind Klassenräume der Abteischule Wadgassen untergebracht. Am Sonntag befanden sich da auch die Wahlbezirke 9 bis 12. Letzterer war zwischen Tafel und Grundschul-Stühlen in der Klasse 4.2. Bislang seien es 41 Prozent Wahlbeteiligung, sagte Gisela Fahrendholz vom Wahlhelferteam gegen 15 Uhr.

"Wenn ich net wählen geh, darf ich ach net schellen", begründete dort Norbert Pitzen seine Stimmenabgabe. Wo er seine Kreuzchen mache, das sei ihm vorher klar gewesen. "Dafür habe ich keinen Wahlkampf gebraucht."

Ein besonderes Wahllokal hatten die Einwohner Pachtens. Das befand sich im Eingangsbereich des Museums für Vor- und Frühgeschichte. "Da können Sie ruhig reinschauen", meinte ein Wahlhelfer und wies zum Nebenraum mit Küchenzeile, wo geschützt die Wahlkabinen standen.

In den drei Wahllokalen in der Bouser Marie-Curie-Schule stand man vor rechteckig aufgestellten Tischen mit Wählerliste und Wahlzetteln. Gegen den Uhrzeigersinn ging es zu Wahlkabinen und schließlich den Urnen für Europa- und Kommunalwahl. "Ich habe gehört, drei Wahlzettel kriegt man", meinte eine ältere Frau. Später stand sie an einer Fensterbank und blätterte durch die langen Papierstreifen. "Das muss ich mir jetzt erst mal anschauen."

Sie dürften leider nicht wählen, teilte Wahlhelferin Birgit Wollbold einem jungen Pärchen mit, "das geht nur zur Europawahl". Als Grund war von den Betroffenen zu erfahren, dass sie "ganz frisch gebackene Bouser" seien.

Wo sonst große Veranstaltungen im Gemeindesaalbau Schwalbach stattfinden, waren am Sonntag die Wahllokale der Wahlbezirke 9 bis 12 mit weißen Stellwänden abgeteilt. Im Wahlbezirk 10 nähere sich die Wahlbeteiligung der 50-Prozent-Marke, hieß es dort gegen 15.30 Uhr. Und "wenn das Autorennen vorbei ist, kann es richtig losgehen".