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Gesucht: Frauen mit Freude am Ungewöhnlichen

Gruppenbild mit Magnolie: der gemischte Damenchor. Foto: Gemballa
Gruppenbild mit Magnolie: der gemischte Damenchor. Foto: Gemballa FOTO: Gemballa
Saarbrücken. Sie eilen von Erfolg zu Erfolg und hätten gerne neue Sängerinnen in ihrer Runde: Der Gemischte Damenchor Saarbrücken plant ein Projekt zur Städtepartnerschaft Nantes, Saarbrücken, Tbilissi – ideal für Einsteigerinnen, sagt Chorleiterin Amei Scheib. Stefan Uhrmacher

Der Gemischte Damenchor Saarbrücken sucht Verstärkung. "Freude am Gesang und an der sängerisch-stimmlichen Weiterbildung" sollten Interessentinnen mitbringen, sagt die Gründerin und Leiterin Amei Scheib. Und vor allem: "Freude an Neuem und Ungewöhnlichem." Denn mit aufrüttelnden Programmen wie "Mund auf statt Klappe zu!" (2013), "Dall'Inferno al Paradiso" (2012) und "Eisler! I'm not a hero, I'm a composer" (2014) - hierfür gab's jüngst vom Chorverband Saar die Saarländische Chorprämie - segeln Scheib und ihre Sängerinnen fernab vom Mainstream. "Der Chor gründete sich 1992 auf Initiative einiger Saarbrücker Schauspielerinnen, die gerne gemeinsam singen wollten", und zwar richtig anspruchsvoll: mehrstimmig, erzählt Scheib. "Schnell entwickelte der Chor sich vom Spezialistinnenensemble zu einem echten Frauenchor."

Von Anfang an sah sich das Ensemble ausdrücklich frauenbewegt und politisch und pflegte eine frauenspezifische Repertoirearbeit, wobei Werke von Komponistinnen eine zentrale Rolle spielten. "Der Chor will immer wieder zu wichtigen Themen Position beziehen und leistet Geschichts- und Erinnerungsarbeit", so Scheib. Ihre maßgeschneiderten Programme sind audiovisuelle Gesamtkonzeptionen, bei deren Realisierung die Choristinnen über die Jahre hinweg neben verschiedensten instrumentalen Begleitern, Ensembles und Orchestern ferner von Spezialisten anderer Sparten unterstützt werden wie Regisseuren, Choreographen und Künstlern der Licht- und Grafikzunft. Somit wirkt der Frauenchor als Motor der regionalen Kulturszene. Gerne wird auch gemeinsam mit anderen Chören gesungen, so dem ebenfalls von Scheib geleiteten Gemischten Saarbrücker Herrenchor.

Kein Wunder angesichts dieser Erfolgsgeschichte, dass der Gemischte Damenchor - er unternahm Konzertreisen nach Luxemburg, Hamburg, Berlin und Nantes und veröffentlichte bereits mehrere CDs - in einer "stetigen Aufwärtsentwicklung" auf 60 Mitglieder wuchs und dass zudem 20 Sängerinnen auf einer Warteliste standen; so groß war die Nachfrage. Doch dann sank die Zahl. "Grund ist bestimmt, dass ich selbst 2005 einen zweiten Frauenchor gegründet habe", so Scheib: "Ich wollte keinen Chor in der Größe von 60 bis 80 Sängerinnen und mehr."

Ihr neu formiertes Ensemble FrauenStimmen sei mittlerweile etwa 30 Mitglieder stark; der Gemischte Damenchor liege bei rund 45 Aktiven. Vor allem Sopranistinnen kann Scheib hier nun gut gebrauchen. Obwohl ein Altersspektrum zwischen 25 und 70 dem Nenner "gemischt" durchaus Ehre macht, seien nur wenige Sängerinnen unter 35, so Scheib. "Der demografische Wandel ist auch bei uns angekommen."

Der Chor sei "basisdemokratisch organisiert mit gut funktionierendem Vorstand und breiten Mitarbeitsmöglichkeiten für Sängerinnen ", rührt Scheib die Werbetrommel. Und das nächste Projekt "Frau hoch drei" zur Städtepartnerschaft Saarbrücken , Nantes, Tbilissi sei ideal für Einsteigerinnen.

gemischter-saarbruecker-

damenchor.de



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