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Gemeinsam fürs neue Bürgerhaus

Das Bürgerhaus in Wehingen, derzeit noch im Umbau, soll Ende 2015 fertig sein. Foto: rolf Ruppenthal
Das Bürgerhaus in Wehingen, derzeit noch im Umbau, soll Ende 2015 fertig sein. Foto: rolf Ruppenthal FOTO: rolf Ruppenthal
Wehingen. Nachdem der Kindergarten aus dem ehemaligen Schulgebäude in Wehingen ausgezogen war, musste für den Bau eine neue Nutzung gefunden werden. Für das moderne Bürgerhaus, das dort entstehen soll, engagierten sich viele Bürger und Vereine. Von SZ-MitarbeiterRolf Ruppenthal

Das Bürgerhaus Wehingen hat seine erste Feuertaufe bestens bestanden, obwohl es noch gar nicht fertig gestellt ist. Richtfest nannte sich die "Auftaktveranstaltung", Richtstrauß und Zimmermann blieben jedoch aus. Bereits vor Weihnachten war der Rohbau fertig geworden, aus terminlichen und witterungsbedingten Gründen wurde die Feier jedoch in den Februar gelegt.

Alle zogen an einem Strang

Und zum Feiern hat man in der Tat allen Grund. Das Bürgerhaus steht prächtig da. Gut eineinhalb Jahre benötigte man, um den Rohbau fertigzustellen. Das kommt nicht von ungefähr. Zum einen geht Qualität vor Schnelligkeit, zum anderen wurden viele Arbeiten in Eigenregie bewältigt. Und auch das "man" hat einen Namen: Dorfgemeinschaft und Ortsvereine zogen an einem Strang und engagierten sich mit Vehemenz für ihr Bürgerhaus.

Lange Vorgeschichte

Dabei war es durchaus eine "schwere Geburt". Nachdem ursprünglich die Finanzierung durch das ILEK-Programm (Integriertes Ländliches Entwicklungs-Konzept) der Landesregierung gesichert schien, war das eigentlich schon zugesagte Geld weg, so Ortsvorsteher Stefan Ollinger, bevor es überhaupt ausgegeben werden konnte. Nach einer Überarbeitung der Konzeption sprang dann das Amt für Landentwicklung in die Bresche und übernahm 55 Prozent der Finanzierung. 350 000 Euro hat die Sanierung des alten Schulhauses samt neuem Anbau bislang gekostet. Bis zur Fertigstellung Ende 2015 werden wohl weitere 100 000 Euro hinzukommen, sodass sich die Gesamtkosten auf um die 450 000 Euro belaufen werden.

Das neu entstehende Wehinger Bürgerhaus hat nicht nur eine ganz eigene Konzeption mit Bäckerei-Verkaufsladen sowie integrierter Heimat- und Vermarktungsstube, sondern auch ganz viel Tradition.

Erst Schule, dann Kindergarten

Bereits Ende des 18. Jahrhunderts gebaut, diente es lange Jahre als Schule, die dann in den 30er Jahren umgebaut und erweitert wurde. Damals beherbergte das Schulgebäude auch den Lehrer mit einer eigenen Wohnung. In diesem Bereich entsteht ein vielseitig nutzbarer Gemeinschaftsraum unter dem Dach, nicht nur ausgesprochen stimmungsvoll mit ganz viel Dachatmosphäre, sondern auch zweckmäßig und vielseitig nutzbar. Dazu kommen hier im Dachbereich des Neubaus die Abstellkabinen der Ortsvereine.

Bauarbeiten sind im Plan

Anfang der 60er Jahre zog die Volksschule um, das Gebäude erhielt einen ersten Anbau und wurde in einen Kindergarten umgebaut. Nachdem der Kindergarten nach Tünsdorf verlagert wurde, danach das Gebäude in ein Bürgerhaus umfunktioniert wurde, stand die alte Schule in den letzten Jahren mehr oder weniger leer, bevor die Idee eines neuen zeitgemäßen Bürgerhauses geboren wurde.

Inzwischen läuft alles wieder nach Plan, nachdem es zwischenzeitlich durchaus auch Rückschläge zu verkraften gab.

Das Richtfest deutete bereits an, welche Möglichen das neue Bürgerhaus bietet.

Der Ortsvorsteher ist zufrieden. "Die Arbeiten haben die Dorfgemeinschaft noch enger zusammengeschweißt", betonte er zufrieden am Rande der Feier, die er als kleinen Zwischenstopp und als Dankeschön an alle Helfer und einen ersten "Tag der offenen Tür" für die Wehinger versteht. Besondere Worte des Dankes richtete er dabei an den immens agilen Förder- und Trägerverein, aber auch an die stark engagierte Dorfjugend. Zu den Gratulanten zählte so auch Mettlachs Bürgermeister Carsten Wiemann. Als besonderen Ehrengast konnte Ollinger auch Peter Jochum vom Amt für Landentwicklung begrüßen, ohne dessen Unterstützung das Projekt wohl nicht hätte realisiert werden können.