Gemalte Gärten im Freiluft-Atelier

Für gemeinsame Projekte treffen sich alljährlich angehende Gärtner aus Saarbrücken und Metz. Diesmal verbanden sie die deutsch-französische Freundschaft mit Kunst und malten Gärten mit dem Schloss als Zentrum.

Der Rasen vor dem Landtag gleicht am Donnerstag einem Freiluft-Atelier: Zwischen Pinseln, Farben und mit Wasser gefüllten Gläsern sitzen deutsche und französische Berufsschüler in kleinen Gruppen. Sie diskutieren, malen und genießen die Sonne. Vor ihnen zwölf Leinwände, die nicht lange weiß bleiben. Im Mittelpunkt aller Bilder ist das Saarbrücker Schloss. Das Thema: "Garten der Freundschaft".

Seit Jahren treffen sich angehende Gärtner des Technisch Gewerblichen Berufsbildungszentrums in Saarbrücken (TGBBZ II) und des Lycée Agricole in Metz, um sich kennenzulernen, erklärt Projektleiter Gregor Köhne, Lehrer am TGBBZ II. Diesmal, 50 Jahre nach der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags, setzen sie die deutsch-französische Freundschaft kreativ um.

"Freundschaft ist sehr wichtig für mich. Ich finde, das ist ein schönes Bindemittel", sagt Louis Schaeffer (15) aus Metz. "Egal aus welchem Land oder aus welcher Kultur man kommt, im Beruf kann man immer Freunde finden", ergänzt die 19-jährige Mariassunta Di Miceli aus Saarbrücken. Sie male schon länger, und das gemeinsame Gestalten gefalle ihr: "Wir konnten unser Wissen über den Gärtnerberuf in die Bilder einbringen." Viel Vegetation ist auch auf dem Bild zu sehen, an dem Lucard Thilly mitgearbeitet hat. "Ich finde es interessant, mit den Deutschen zu sprechen und gemeinsam mit ihnen etwas zu gestalten", erzählt der 16-Jährige aus Metz. "Wir konnten uns austoben und unserer Fantasie freien Lauf lassen", fügt Rouven Schu (19) aus Neunkirchen hinzu.

Der Maler Andreas Gelhaar, der den Schüler beratend zur Seite stand, lobt die Ergebnisse: "Es ist großes kreatives Talent vorhanden." Erst dachte er, dass die Jugendlichen mit Kunst nichts anfangen könnten - und wurde vom Gegenteil überzeugt. Intuitiv hätten sich sogar Merkmale aus Kunstepochen wie dem Barock in die Bilder geschlichen.

Am Nachmittag präsentieren die Schüler ihre Arbeiten an der Mauer unterhalb des Saarländischen Staatstheaters. Anschließend gehen sechs Leinwände mit nach Metz und sechs bleiben in Saarbrücken. "Nächstes Jahr tauschen wir", erklärte Gregor Köhne - so haben alle etwas von ihren Gärten der Freundschaft.

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