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Gelungene Interpretation der Bach-Kantaten in der Stiftskirche

Gelungene Interpretation der Bach-Kantaten in der Stiftskirche

. Der Vokalconsort Parlando hatte zunächst in Bachs Kantate „Wo gehst du hin?“ BWV 166 nur im Schluss-Satz zu tun.

Ein in zwei Soprane (Maria-Theresia Meier, Mirijam Oster) aufgeteilter Choral sorgte allerdings für Symmetrie. Die bohrend wiederholte Frage aus dem Kantaten-Titel gelang Bassist Michael Marz nicht so durchdringend-kräftig, wie man sich das gewünscht hätte. Thomas Dorn (Tenor), sanft begleitet von einer rekonstruierten Instrumental-Melodie, und Daniel Hoang (Alt) rundeten mit ausdrucksvollen Arien den Beginn des Kantaten-Abends ab.

Die Serie "Bachkantaten in Saarbrücken" war am Sonntag in der Stiftskirche in eine neue Runde gegangen. Neben dem Vokalconsort Parlando konzertierte unter der Leitung von Rainer Oster (Orgel) das Bach Collegium Saarbrücken. Die nachfolgende Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" BWV 12 hatte Bach 10 Jahre zuvor komponiert. Als charakteristisch für den Orchesterklang schälte sich neben den geteilten Bratschen die Solo-Oboe heraus, deren dominanter Klang in der Alt-Arie "Kreuz und Krone" (Nadja Steinhardt) angenehme Farb-Nuancen versprühte. Überhaupt imponierte die Aufführung durch nuancenreiche Genauigkeit.

Höhepunkte des siebenteiligen Werks waren die beiden Arien in der Mitte - der hochkünstlerisch geformte Triosatz für Alt (Nadja Steinhardt) und die kontrapunktisch strenge Bass-Arie (Adolph Seidel) mit ihren herumrankenden Violinstimmen. Eine schöne, ästhetisch maßgebliche Gesamtinterpretation.