Gehweg oder nicht – das ist hier die Frage

Saarbrücken · Neben der Saargemünder Straße im Waldstück zwischen den beiden Teilen von St. Arnual verläuft ein Gehweg. Ein SZ-Leser-Reporter streitet sich mit der Stadt darüber, was alles zu diesem Weg gehört – und darüber, wo man dort parken darf.

Ein SZ-Leser-Reporter, der nicht genannt werden will, bekam ein Knöllchen über 20 Euro wegen Falschparkens. Nach einigem Hin und Her bezahlte der SZ-Leser-Reporter das Knöllchen - aber nur unter Vorbehalt. Denn er glaubt, dass ihm Unrecht geschah.

Nach SZ-Analyse der zum Fall vorliegenden Dokumente hatte der SZ-Leser-Reporter seinen Pkw im Waldstück entlang der Saargemünder Straße neben der Spur in Richtung Alt-Saarbrücken geparkt.

Der Wagen stand auf einem rund zwei Meter breiten Straßenteil, der von der Fahrbahn durch einen Randstein getrennt ist und direkt an den rund 2,30 Meter breiten Gehweg angrenzt. Auf diesem Straßenteil steht auch eine Litfaßsäule, und das Auto parkte in Fahrtrichtung direkt davor.

Der SZ-Leser-Reporter vertritt die Ansicht, dass der zwei Meter breite Streifen mit der Litfaßsäule nicht Teil des Gehweges ist - also dürfe man dort auch parken.

Das Saarbrücker Ordnungsgamt aber sagt, der Streifen ist sehr wohl Teil des Gehweges, und deshalb ist dort das Parken verboten.

Als Beweis dafür, dass der SZ-Leser-Reporter an dieser Stelle falsch parkte, hat das Ordnungsamt den Pkw vor der Litfaßsäule fotografiert. Auf dem Foto ist der Teil des Gehweges, der in Fahrrichtung rechts zwischen Litfaßsäule und Waldrand verläuft, nicht zu erkennen. Wo er sein müsste, ist das Bild schwarz.

Das Ordnungsamt erklärt, das sei eine Folge der Lichtverhältnisse, die an der Litfaßsäule herrschten, als das Bild aufgenommen wurde. Der SZ-Leser-Reporter glaubt, das Amt habe das Foto absichtlich teilweise "geschwärzt" und so "vorsätzlich und wissentlich gefälscht", damit man darauf nicht sehen kann, dass neben dem parkenden Auto noch ein 2,30 Meter breiter Gehweg frei war.

Der SZ-Leser-Reporter meint: "Hier entsteht der Eindruck, dass Fälschungen vorsätzlich geschehen, um Strafgelder auf jegliche Art zu kassieren."

Die SZ erkundigte sich bei der Stadtverwaltung nach dem Stand der Auseinandersetzung. Stadt-Pressesprecher Thomas Blug erläuterte: "Sicherheit ist den Bürgern ein wichtiges Anliegen. Dazu zählt in einem starken Maße die Sicherheit im Straßenverkehr . Überhöhte Geschwindigkeit und Falschparken sind Probleme, mit denen wir es im gesamten Stadtgebiet zu tun haben. Bei uns gehen nahezu täglich Beschwerden von Bürgern ein, die Mitarbeiter der städtischen Verkehrskontrolle haben entsprechend viel zu tun. Der Vorwurf, Mitarbeiter hätten in diesem Fall das Foto gefälscht, ist absurd. Der Bürger hat auf einem Gehweg geparkt. Das ist unzulässig und deshalb hat er eine Verwarnung erhalten."

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von einem SZ-Leser-Reporter, der nicht genannt werden will. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS oder per Fax an die Telefonnummer (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie eine E-Mail an: leser-reporter@sol.de.

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