Gehirnjogging mit Karten

Wer mehr wissen will über das berühmte Kartenspiel und über den Bridgeclub Saarbrücken 84, der hat jetzt Gelegenheit dazu: Am Sonntag, 23. Oktober, lädt der Club ab 14 Uhr zum Tag der offenen Tür in seine Räume in der Hohenzollernstraße 108 ein. Der Verein will damit auch neue Spieler werben. Denn in Deutschland haben im Gegensatz zu Frankreich oder England junge Leute das Spiel noch nicht für sich entdeckt.

Das Spiel beginnt, und plötzlich ist alles ganz leise. Lange, kritische Blicke werden in die Blätter auf der Hand geworfen. Zwei Teams zu jeweils zwei Personen spielen gegeneinander, die Mitspieler sitzen sich zur leichteren Kommunikation gegenüber. Geredet wird allerdings nicht viel, kommuniziert wird über spezielle Karten.

Dann geht alles ganz schnell, die Karten werden auf den Tisch gelegt, und bevor der zusehende Laie, der von Bridge nichts versteht, begreift was passiert, ist das Spiel schon wie der vorbei.

Vom Klischee, dass Bridge nur von älteren, gut betuchten, meist britischen Damen beim Nachmittagstee im Landhaus gespielt wird, ist hier allerdings nicht viel zu erkennen. Aber weil manche Klischees auch durchaus einen wahren Kern haben können, gibt es auch hier die eine oder andere Übereinstimmung. Das hohe Alter zum Beispiel, sehr zum Bedauern des Vorsitzenden des Bridgeclubs Saarbrücken 84, Klaus Kiefer.

"Das Durchschnittsalter der Bridgespieler im Saarland liegt wahrscheinlich bei 78,8", scherzt er. Ganz so schlimm sei es nicht, aber er selbst gehöre mit seinen 56 Jahren noch zu den jüngeren Spielern. Besonders in Deutschland sei das Spiel nie dem klischeehaften Bild vom Altdamenspiel entkommen, während zum Beispiel in Frankreich und England sehr viel mehr Nachwuchsspieler aktiv seien.

Und auch wenn es in anderen Städten in Deutschland Nachwuchsbestreben gibt, im Saarland ist davon noch nichts angekommen. Deswegen wollen die Mitglieder des Bridgeclubs Saarbrücken nun selbst Nachwuchsarbeit betreiben. Jetzt am Sonntag wird deshalb ab 14 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen, in den Vereinsräumen des Clubs, in der Hohenzollernstraße 108.

Sollten sich genug Interessenten finden, würden vom Verein dann auch Kurse für Bridge-Anfänger angeboten werden. Denn das Spiel ist durchaus kompliziert. Der Sportwart, Wahl-Saarländer und, wieder ein wenig passend zum Klischee, geborener Londoner Gareth Bartley, versucht, das Spiel in drei bis vier Sätzen zusammenzufassen. Er selbst hat das Spiel bereits im Jugendalter von seinem Vater gelernt.

Doch so gut er das Spiel auch beherrscht, wer keine Vorkenntnisse von Kartenspielen hat, für den sind selbst seine heruntergebrochenen Zusammenfassungen schwierig zu verstehen. Doch kann sich die Mühe, das Spiel zu lernen und zu trainieren, durchaus lohnen. Allem voran ist Bridge nämlich ein Teamsport. Bartley zum Beispiel spielt mit seiner Frau Jutta zusammen, die beiden bilden mittlerweile ein eingespieltes Team.

Und das Spiel fördert durchaus den Geist. Denn im Gegensatz zu anderen Kartenspielen ist das Glück, das entscheidet, welche Karten man letztendlich in der Hand hält, hier eher Nebensache. Es kommt nämlich viel eher darauf an, was man mit den Karten anstellt.

Da jedes Team einmal mit ein und demselben Blatt spielen muss, wird hier der Erfolg am Können gemessen, nicht am Kartenglück. Und da der Erfolg eng damit zusammenhängt, wie gut man sich Karten merken kann, wird dem Spiel nachgesagt, dass es wie Gehirnjogging wirkt, also hilft, fit im Kopf zu bleiben.

Neben Teamarbeit und Gehirnjogging gehört allerdings auch eine Portion Spaß zum Spiel. Denn auch wenn während des Spiels kritische, ernste Blicke auf die Karten fallen, am Ende jeder Runde wird doch wieder an jedem Tisch herzlich gelacht.