Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Am 27. Januar jährt sich zum 69. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee. An diesem nationalen Gedenkfeiertag, der 1996 offiziell vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt wurde, bietet das Adolf-Bender-Zentrum St. Wendel saarlandweit verschiedene Gedenkveranstaltungen an.

Die Veranstaltungsreihe beginnt am Montag, 27. Januar, mit der offiziellen Gedenkveranstaltung des Saarländischen Landtages an der Gedenkstätte Neue Bremm (15 Uhr) in Saarbrücken. Bei der anschließenden Gedenkveranstaltung im Hotel Mercure wird die Ausstellung des Adolf-Bender-Zentrums über das Leben des ehemaligen Saarbrücker Rabbiners Schlomo Rülf zu sehen sein.

Darüber hinaus findet eine Vielzahl von Zeitzeugenveranstaltungen statt, so wird am Dienstag, 28. Januar, Walter Löb Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle besuchen. Walter Löb, Jahrgang 1928, berichtet als Zeitzeuge, wie er als Sechsjähriger den Anschluss an Nazi-Deutschland und die schleichende Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nazis erlebte.

Am Mittwoch, 29. Januar, besucht Helmut Becker Schüler der Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle. Er erzählt von seiner Jugend zur NS-Zeit, seiner Inhaftierung im Jugendkonzentrationslager Moringen und wie es dazu kam. Ebenso berichtet er darüber, wie es ihm und anderen während des 2. Weltkrieges erging und wie die Zeit danach aussah.

Montag, 3., und Montag, 10. Februar, besucht der Zeitzeuge Horst Bernard Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen. Er berichtet als Zeitzeuge von seinen Erlebnissen, als er als Junge mit seiner Familie nach Frankreich auswanderte.

Die Zeitzeugin Doris Deutsch wird am Donnerstag, 6. Februar, Schüler des Arnold-Janssen-Gymnasiums St. Wendel aus ihrem Leben berichten. Doris Deutsch - die Witwe des verstorbenen Auschwitz-Überlebenden Alex Deutsch - kann vieles aus ihrem eigenen Leben und dem ihres Ehemannes berichten. Auch ihr erster Ehemann Karl Löb war im Konzentrationslager Auschwitz inhaftiert. Doris Deutsch trägt das Motto ihres verstorbenen Mannes Alex Deutsch weiter, indem sie sich für Toleranz und Mitmenschlichkeit engagiert: "Lasst euch nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen. Lernt miteinander zu leben und nicht gegeneinander."

adolf-bender.de

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HintergrundDer Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus Marpingen" lädt am Sonntag, 26. Januar, 16 Uhr, zur Gedenkfeier anlässlich des nationalen Gedenktags für die Opfer der Nazi-Verbrechen nach Marpingen ein. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. In Auschwitz wurden über eine Million Menschen ermordet, die überwiegende Zahl von ihnen Juden. Seit 1996 gibt es nun diesen Gedenktag und der Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus Marpingen" begeht den Gedenktag zum 18. Mal in Marpingen. Da der 27. Januar in diesem Jahr auf einen Montag fällt, findet die Veranstaltung schon am Sonntag, 26. Januar, um 16 Uhr mit einer Kranzniederlegung an der Gedenkplatte des in Auschwitz ermordeten Sozialdemokraten Alois Kunz, Vorplatz Friedhof in Marpingen, neben der katholischen Kirche statt. Alle Teilnehmer sind im Anschluss zu einem Gedankenaustausch ins Mariencafé in Marpingen eingeladen. red

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