Fußball, erstmal nur mit Händen

45 Mädchen und Jungen, die besonders heftige schulische und familiäre Probleme haben, leben im Jugendhilfezentrum in Alt-Saarbrücken. 58 Kinder, die zu Hause übernachten, werden dort darüber hinaus in Tagesgruppen betreut. Sie haben nun neue Freunde: den Trainer und Spieler des FCS.

Fragen an die Profifußballer? Eigentlich nur eine: "Können wir jetzt mit Euch kicken?", wollte eines der Kinder wissen, denen Sebastian Pini, der Vizepräsident des 1. FC Saabrücken, gerade erzählt hatte, "was der Ball an Magie entwickelt". Kicken? Pini fand die Idee klasse. Trainer Fuat Kilic, der mit Pini und vier Spielern ins Saarbrücker Jugendhilfezentrum gekommen war, bremste den Elan aber schnell. Am Freitag hat seine Mannschaft "ein wichtiges Spiel", erklärte er. Da sei es zu gefährlich, ein paar Tage vorher nachts in Eiseskälte auf einem Steinboden zu spielen.

Aber die Enttäuschung war nicht all zu groß: Der Verein hat die Kinder nämlich zu eben diesem Spiel gegen den FC Astoria Walldorf nicht nur eingeladen, die Mädchen und Jungs werden sogar mit dem Mannschaftsbus abgeholt. Und in der Halbzeitpause dürfen sie im Stadionflutlicht zeigen, wie gut sie im Elfmeterschießen sind.

Pini und Kilic hatten außerdem noch Fußbälle, zwei kleine Trainingstore und Trikots dabei. Und wenn die Kinder sich beim Elfmeterschießen gut ins Zeug legen, spendiert der Verein auch noch ein Tor für den Bolzplatz des Jugendhilfezentrums.

Den Besuch im Jugendhilfezentrum verstehen dessen Leiter Heinz Theisen, Sebastian Pini und Fuat Kilic als Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Der Verein hat dem Zentrum, in dem Kinder betreut werden, die es im Leben sehr schwer haben, angeboten, "ein partnerschaftliches Verhältnis zu entwickeln", sagt Pini. Man sei nicht nur mit Geschenken gekommen, sondern wolle den "über den Tag hinaus" die Welt des Fußballs erschließen.

Eine Welt, wie Kilic den Kindern erklärte, in der es nicht darum gehe, wo jemand herkommt, welcher gesellschaftlichen Schicht er angehört. "Das alles interessiert nicht mehr, wenn der Ball zwischen Euch läuft." Und dann lief der Ball doch noch - im Tischfußballspiel des Jugendhilfezentrums.