Für Politik mit Herz und Hirn

Am 22. September entscheiden die Bürger, wer sie im Bundestag vertritt. Die SZ stellt in einer Serie die Politiker vor, die sich in den Wahlkreisen, die auch das Köllertal betreffen, um Direktmandate bewerben. Heute: Barbara Meyer, Grüne (Wahlkreis Saarbrücken, zu dem Püttlingen und Riegelsberg gehören).

"Ich glaube, als Politiker muss einem etwas am Herzen liegen, sonst ist man nicht um der Politik willen im Bundestag, sondern womöglich nur um des Amtes willen", sagt Barbara Meyer. Sie geht für die Grünen ins Rennen um das Bundestagsdirektmandat im Wahlkreis Saarbrücken (Wahlkreis 296). Außerdem steht sie auf Platz drei der Grünen-Landesliste. Was ihr am meisten am Herzen liegt, ist "Chancengleichheit für alle in der Gesellschaft und für alle Generationen." Meyer ist 29. Sie fürchtet, die Politik von heute werde späteren Generationen Schuldenberge und Scherbenhaufen hinterlassen. Meyer: "Ich will für die Interessen der jungen und der künftigen Generationen kämpfen. Der demographische Wandel schafft die Situation, dass die Jugend im politischen Prozess unterrepräsentiert ist. Wir müssen für die jungen und kommenden Generationen Schulden abbauen und unsere Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung umgestalten, damit auch die junge Generation in Zukunft auf einen Sozialstaat bauen kann, ohne übermäßig belastet zu werden."

Aber Meyer will nicht nur sparen, sie will auch investieren - und zwar in Bildung: "Es ist eine der grundlegenden Aufgaben des Sozialstaates, Benachteiligungen zu beseitigen, für die man nichts kann." Und das müsse vor allem im Erziehungs- und Bildungssystem geschehen: "Ich betrachte es als sozialpolitischen Skandal, dass die Bildungschancen in Deutschland vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Ich will mich dafür einsetzen, dass der Staat massiv in die frühkindliche Bildung, das heißt in gute Krippenplätze investiert und außerdem einen massiven Ausbau der Ganztagsschulen betreibt. Denn ich will, dass Kinder aus sozial schwachen Famlien dieselben Chancen haben wie alle anderen." Meyers Vision: "Eine gerechte Gesellschaft muss so aussehen, dass ich mich in sie hineinwünschen kann, ohne zu wissen, welche Begabungen ich habe, aus welcher Familie ich komme und zu welcher Generation ich gehöre." Barbara Meyer selbst kam 1984 in St. Ingbert zur Welt - als Tochter einer Erzieherin und eines Studienrates. Sie ging in St. Ingbert und Saarbrücken zur Schule - und übte schon damals ein wenig für die Politik: Einen langen Atem verschaffte sie sich mit Leichtathletik.

2003 machte sie in Saarbrücken Abitur (Notenschnitt: 1,6) und studierte danach in München und in der irischen Stadt Cork; Ergebnis: ein Magister Artium (M.A.) der Politikwissenschaft mit den Nebenfächern Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaften und ein Master of Arts der Volkswirtschaftslehre. Ihre Eltern sind politisch interessiert, waren aber nie in einer Partei. Sie selbst trat 2006 den Grünen bei. > Serie wird fortgesetzt







Zum Thema:

HintergrundBundestagswahlkreise: Püttlingen und Riegelsberg gehören zum Wahlkreis Saarbrücken (296), ebenso Saarbrücken, Völklingen, Großrosseln und Kleinblittersdorf.Heusweiler liegt im Wahlkreis St. Wendel (298), ebenso der Landkreis St, Wendel und Kommunen der Landkreise Saarlouis (Lebach, Schmelz) und Neunkirchen (Illingen, Eppelborn, Merchweiler, Ottweile und Schiffweiler). red