Für lobende Worte gibt's keine Punkte

Sieben Minuten vor Spielende waren die Oberliga-Handballerinnen des TBS Saarbrücken mit 26:27 nah an einer Überraschung gegen die SG Mainz-Bretzenheim II dran. Doch die Gäste waren abgeklärter – der TBS verlor mit 27:31.

Die Handballerinnen des TBS Saarbrücken mussten am Samstagabend erneut eine bittere Niederlage einstecken. Der Oberligist verlor in der heimischen Bruchwiesenhalle mit 27:31 (14:18) gegen die SG Mainz-Bretzenheim II. Wieder kämpfte der Aufsteiger, doch wieder war der Gegner am Ende abgeklärter. TBS-Interimstrainer Alexander Saunus konnte beim ersten Spiel nach seinem Amtsantritt nicht in der Halle sein. Der Grund dafür war, dass er mit der HSG Völklingen selbst als Spieler in der Oberliga ran musste. "Wir haben mal nachgeschaut, das passiert nur zwei bis drei Mal während der Saison", sagte Betreuer Dieter Wacker, der für Saunus an der Seitenlinie stand.

Von Beginn an lief seine Truppe einem Rückstand hinterher. Schnell stand es 1:5. Die Gäste wirkten stabil in der Abwehr und zielstrebiger im Abschluss. Nach 22 Minuten lag der TBS bereits mit 9:16 zurück - und das Team musste sich Sorgen machen, dass das Spiel schon früh entschieden sein könnte. Doch die Saarbrückerinnen sammelten Selbstvertrauen aus einigen schön herausgespielten Treffern. Kathrin Schröder ragte in dieser Phase heraus und riss ihre Mitspielerinnen mit. Kurz vor der Pause kam der Gastgeber das erste Mal auf drei Tore heran und das Team spürte, dass gegen die Landeshauptstädter etwas drin war.

Nach der Pause bestätigte sich dieser Eindruck. So souverän die Mainzerinnen in den ersten 20 Minuten gewirkt haben, so sehr zitterten die Hände nun beim Abschluss. Der TBS pirschte sich von Minute zu Minute heran, konnte aber nicht den entscheidenden Schritt machen. Durch die insgesamt acht Tore der besten Saarbrücker Werferin Luise Duchow kam die Mannschaft nach 45 Minuten auf 23:25 heran. Doch letztlich konnten die jungen Spielerinnen zu selten aus Fehlern des Gegners Kapital schlagen. "Das sind eben die Kleinigkeiten, die ein Spiel entscheiden. Anstatt den Ausgleich zu erzielen, liegst du wenig später wieder mit vier Toren hinten", sagte Wacker.

Nach 53 Minuten war der TBS auf 26:27 herangekommen. Doch dann folgte eine Zeitstrafe für Lena Zimmermann, was Mainz eiskalt ausnutzte - und auf 31:27 davon zog. Gästetrainer Thorsten Frank lobte den TBS Saarbrücken, die Mannschaft habe sich in der Liga gut entwickelt. Doch Dieter Wacker entgegnete: "Für lobende Worte bekomme ich keine Punkte." Übernächstes Wochenende stehen die beiden abschließenden Saisonspiele vor der Winterpause auf dem Programm. Am 14. Dezember erwartet der TBS den FSV Mainz 05 II in der Bruchwiesenhalle, einen Tag später reist die Mannschaft zum Kellerduell beim Tabellen-13. TV Wörth.