Frühe Hilfe für Familien stärken

Peter Gillo, SPD, will Familienberatung schon in den Kindergärten, um die Kosten der Jugendhilfe zu senken. Scharf kritisiert er Bund und Land, die zu Lasten des Regionalverbandes sparten.

Regionalverband. Die Jugendhilfekosten steigen und steigen. Im Haushaltsentwurf des Regionalverbandes 2009 ist ein Anstieg um fünf Millionen Euro auf fast 87 Millionen Euro vorgesehen. Doch Peter Gillo, SPD-Kandidat für das Amt des Regionalverbandsdirektors, hält nichts von der Idee, die Ausgaben der Jugendhilfe zu begrenzen. Das hatte Amtsinhaber Ulf Huppert, FDP, ins Gespräch gebracht. Gillo hat sich in die Haushalts-Diskussion eingeschaltet und fordert ein frühes Eingreifen der Jugendhilfe, bevor Kinder und Jugendliche im Heim untergebracht werden müssen. Zu diesem Zweck solle das Personal für das Projekt "Frühe Hilfen" aufgestockt werden, fordert Gillo. Der Regionalverband arbeitet in diesem Landesprojekt eng mit Hebammen, Kliniken und Kinderärzten zusammen, die mögliche "Problemfamilien" schon im ersten Lebensjahr des Kindes erkennen sollen.

Nach dem Vorbild Großbritanniens will Gillo, wenn er im kommenden Jahr gewählt werden sollte, auch Familienberatungszentren in den Kindergärten einrichten. Erziehungshilfe, Gesundheitsdienste oder Ernährungsberatung könnten die Eltern dort in Anspruch nehmen. Für Gillo sind die Kindergärten der ideale Ort, weil der Großteil der Heranwachsenden dort betreut wird. Das Geld für zusätzliches Personal würde sich nach Ansicht Gillos rechnen, weil auf der anderen Seite das Jugendamt weniger Geld für Heimunterbringung oder andere Maßnahmen ausgeben müsse. "Einsparungen auf Kosten der Qualität" lehnt der SPD-Politiker ab. Auch die Schulsozialarbeit will Peter Gillo ausbauen.

Scharf kritisierte er Finanzminister Peter Jacoby, weil der Landkreisen und Kommunen im nächsten Jahr aus dem Finanzausgleich 100 Millionen Euro weniger geben wolle. Dadurch fehlten dem Regionalverband genau die neun Millionen Euro, um die jetzt die Umlage steigen soll, sagt Gillo: "Jacoby muss das zurücknehmen." Von der Verwaltungsreform hält der SPD-Kandidat nichts. Die Umbenennung des Stadtverbandes in Regionalverband habe 1,4 Millionen Euro gekostet. Gillo zweifelt außerdem, ob der neue Kooperationsrat wirklich effizient arbeitet, wenn sich dort die Fraktionen der Regionalversammlung und die Verwaltungschefs künftig enger abstimmen.

Um die Sozialausgaben in den Griff zu bekommen, fordert Gillo mehr Geld vom Bund. Der Regionalverband profitiere nicht, wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, weil er weiter die Miet- und Nebenkosten für Geringverdiener oder Teilzeitbeschäftigte zahlen müsse. Der Bundeszuschuss für diese Kosten an die Arge Saarbrücken dürfe nicht ständig fallen. Im nächsten Jahr sinkt dieser Anteil von 28,6 auf 25,4 Prozent.