Freundeskreis fordert mehr Mitspracherecht

Der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück fordert von der rheinland-pfälzischen Landesregierung, dass die Bürger besser in die weiteren Planungen eingebunden werden. Ein Ziel: Der Freundeskreis will eine angemessene Zahl an Vertretern in die künftigen Gremien entsenden. Der Nationalpark soll im Frühjahr 2015 eröffnet werden.

Mittlerweile hat der Freundeskreis Nationalpark Hunsrück rund 350 Mitglieder - darunter der Landesjagdverband und alle wichtigen Naturschutzverbände in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken hat in den vergangenen Monaten häufig die wichtige Rolle des Vereins bei der Realisierung des Nationalparkprojekts im Hunsrück unterstrichen.

Doch jetzt droht Ärger: Freundeskreis-Vorsitzender Ulrich Sommer sieht seine Gruppierung - und auch die Bürgerschaft allgemein - nicht ausreichend in die weiteren Planungen für den Nationalpark eingebunden. Hintergrund sind laut Sommer "anhaltende Bedenken und Vorbehalte gegenüber einer institutionellen Vertretung" des Vereins in den künftigen Nationalparkgremien. Dabei sei es doch wichtig und werde seitens des Ministeriums auch immer wieder betont, dass das Schutzgebiet von den Bürgern der Region getragen wird.

Die Nationalparkfreunde fordern ganz konkret, dass die Umwelt- und Naturverbände sowie der Freundeskreis mit 25 Prozent der Sitze in der kommunalen Nationalparkvertretung vertreten sein sollen, und ebenfalls in angemessenem Verhältnis Sitz- und Stimmrecht im künftigen Nationalparkbeirat haben sollen. Das sähe Sommer am Liebsten auch im künftigen Landesgesetz verankert. Der frühere Leiter des Forstamts Birkenfeld und seine Vorstandskollegen haben ihre Sicht der Dinge bereits bei Gesprächen in Mainz mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Umweltministerin Ulrike Höfken vorgetragen, und nun in einem Memorandum an die Landräte und Bürgermeister in der Nationalparkregion verschickt.

Viele Experten im Verein

Darin heißt es: "Da der Aufbau des Parks und seine Ausgestaltung sehr langfristige und komplexe Prozesse sind, kann eine konstruktive Mitarbeit nur durch eine institutionelle, langfristig angelegte Vertretung der Bürger in allen Gremien erfolgreich sein, die über die bisherigen Bürgerbeteiligungen und Arbeitskreise hinausgehen."

Im Verein seien Bürger aus allen Gemeinden der Nationalparkregion organisiert, darunter viele Experten aus Umweltverbänden, Politik, Forst und anderen Organisationen, so dass eine breite Bevölkerungsschicht repräsentiert werde. "Es kann nicht sein, dass die Bürger immer nur hinzugebeten werden, wenn es passt, dann aber kein richtiges Mitspracherecht erhalten", sagte Sommer. "Mitgestalten kann man aber nur, wenn man auch ein Mitspracherecht hat."