Freimaurer spenden für soziale Einrichtungen

10 000 Euro spenden zwei Freimaurer-Logen am Samstag an die therapeutische Schülerhilfe und den Demenzverein. Freimaurer spenden oft, sagen sie: Neu aber sei, dass sie das öffentlich sichtbar tun.

Im Hotel Haus Scheidberg in Wallerfangen-Gisingen trifft sich der Ortsverein Saarlouis der Freimaurer regelmäßig. In deren interner Sprache: Die Saarlouiser "Loge La Bonne Harmonie - Zur Guten Eintracht" arbeitet dort. Sprache und Symbole der Freimaurer stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das trägt zum Eindruck des Geheimbündlerischen der Freimaurer bei. "Es gibt derzeit noch anhaftende Vorurteile und Missverständnisse. Die würden wir gern ausräumen", erklärt der Vorsitzende der Saarlouiser Loge, Rudolf Schneider. Der Ortsvorsitzende heißt bei den Freimaurern "Meister vom Stuhl".

Im Haus Scheidberg überreichen an diesem Samstag Schneider und Wolfgang Kreis, "Meister vom Stuhl" der Saarbrücker Loge "Bruderkette zur Stärke und Schönheit" eine Spende von 10 000 Euro für zwei soziale Einrichtungen. Die Freimaurer spendeten oft, sagt Kreis, "doch bisher eher diskret und ohne groß darüber zu reden." Die 10 000 Euro aber würden in einem Festakt mit Innenministerin Monika Bachmann übergeben, öffentlich, um zu dokumentieren, "dass wir die Öffentlichkeit nicht scheuen". Schneider und Kreis ist das auch mit Blick auf Nachwuchs für die Freimaurer wichtig.

Die eine Hälfte des Betrages kommt der Therapeutischen Schülerhilfe beim Schulpsychologischen Dienst des Landkreises zu. Die andere Hälfte geht an den Demenzverein Saarlouis. Die beiden Logen brachten 5000 Euro auf. Das Freimaurerische Hilfswerk gab dieselbe Summe dazu.

Die Saarlouiser Loge wurde 1998 wiedergegründet und hat nach eigenen Angaben 25 Mitglieder. Die Saarbrücker Loge geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Ihr gehören 65 Mitglieder an. Sie unterhält in Saarbrücken am Triller eine eigene Begegnungsstätte.

Die Freimaurer entlehnen ihren Namen und ihre Symbole den mittelalterlichen Bauhütten. Typische Symbole sind Winkelmaß, Zirkel und Hammer. Die ersten Logen entstanden allerdings erst im 18. Jahrhundert in England. Sie verstehen sich als Bund von Menschen, die den Idealen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität verpflichtet sind. Auf solche Werte, so heißt es in einer Selbstdarstellung der Freimaurer, müsse man sich doch über Kulturen, Religionen und Nationen hinweg verständigen können.

Den Freimaurern gehören in Deutschland nach eigenen Angaben etwa 14 000 Mitglieder in rund 400 Logen. Es gibt Männer-, Frauen und gemischte Logen.